21.06.2011
Von Markus Heimerl
PEGNITZ. Der Frühling war einer der wärmsten und trockensten der vergangenen Jahre, der Sommer startet heute eher durchwachsen. Die Expertenvorhersagen, wie das Wetter in den nächsten Wochen wird, sind widersprüchlich: von wechselhaft bis heiß und trocken ist alles drin.
Mit „wirklich beachtenswert“ kommentiert Helmut Strobel, Betreiber der privaten Wetterstation in Pegnitz, die in diesem meteorologischen Frühjahr – also dem Zeitraum von März bis Mai – erreichte Durchschnittstemperatur von 9,4 Grad Celsius. Sie liegt deutlich über dem langjährigen Mittel von 7,0 Grad und bedeutet den fünftwärmsten Frühling seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1851.
Der Frühling war trocken
Gleichermaßen handelt es sich um den dritttrockensten Frühling. Gerade einmal 76 Liter Regen pro Quadratmeter maß Strobel in seiner Wetterstation – das langjährige Mittel liegt bei 194 Litern. Diese Extremwerte haben zur Folge, dass „die Natur gute drei Wochen zu früh dran ist“. Maßgebend sei dafür die Blüte der Sommerlinde, die heuer am 8. Juni kam. „Normal wäre Ende Juni“, sagt Strobel. Die Natur reagiere auf die Wärme, und speziell „Pflanzen mit tiefen Wurzeln sind bei der Trockenheit im Vorteil“.
Warmer und trockener Sommer
Eine Prognose, wie das Wetter im Sommer wird, mag Strobel nicht abgeben: „Das ist schwierig: Auch der Deutsche Wetterdienst legt sich da nicht fest, sondern rechnet mit Wahrscheinlichkeiten.“ Langzeitprognosen seien nicht möglich. Da helfen weder Bauernregeln noch die Vegetation: „Die Natur reagiert auf das, was ist. Sie agiert nicht.“
In der ersten Junihälfte gab es nicht nur warme Tage, sondern auch etliche Unwetter. Das sei beispielhaft für den zu erwartenden Sommer, sagt Dominik Jung vom Wetterdienst wetter.net „Auf kurze Hitzewellen folgt rasche Abkühlung mit heftigen Gewittern.“ Ein Grund für diese Schwankungen: Deutschland bildet die Grenze zwischen heißer Mittelmeerluft und kühlen Luftmassen aus dem Norden. In diesem Übergangsbereich kracht es gewaltig. Einen warmen und trockenen Sommer hingegen erwartet Jurik Müller vom Deutschen Wetterdienst: „Nach den aktuellen Modellen deutet alles darauf hin.“
Foto: waha
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