21.06.2011
BAYREUTH. Nachdem Ehec-Keime im Wasser eines Bachs bei Frankfurt nachgewiesen wurden, stellt sich die Frage, ob sie auch in heimischen Gewässern vorkommen können. Der Kurier fragte bei der Stadt und dem Landkreis nach.
Im Bayreuther Klärwerk wird das Abwasser in zwei Schritten gesäubert. Zunächst durchlaufe es eine mechanische, danach eine biologische Reinigung. „In der biologischen Reinigung verarbeiten Bakterien und Mikroorganismen die Inhaltsstoffe als Nahrung“, sagt Lothar Ziegler, Leiter des Abwasseramts. Danach fließe das gesäuberte Wasser zurück in die Gewässer. Das sei jedoch nicht keimfrei.
Keimfreie Welt
Eine Möglichkeit, Abwasser von Keimen zu reinigen, seien UV-Strahler, die an den Klärbecken angebracht sind, so Ziegler. Hier werden durch die hohe Energie der ultravioletten Strahlung Keime, wie zum Beispiel auch der Ehec-Erreger, abgetötet. In Bayreuth sei eine solche Reinigung aber nicht vorhanden. „Solche Anlagen sind für das Abwasser nicht verpflichtend. Das ist aber auch gar nicht nötig, wir leben ja in keiner keimfreien Welt“, sagt Manfred Löbl, Bereichsleiter der Abteilung Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz bei der Regierung von Oberfranken.
Ein Problem sei, dass Klärschlamm oft noch auf landwirtschaftlichen Flächen aufgebracht wird. Klaus von Stetten, leitender Medizinaldirektor des Landratsamts, sieht in diesem Vorgehen ein Problem für Landwirte und Lebensmittelproduzenten. „Es wird zwar der Schwermetallgehalt ordentlich gemessen, im Klärschlamm enthaltene organische Schadstoffe wie Weichmacher, Tenside und Desinfektionsmittel und die Belastung mit Krankheitserregern müssen hingegen nach dem Gesetz nicht analysiert werden. Deshalb ist eine thermische Klärschlammverwertung die bessere Alternative.“
Keine Gefahr in heimischen Gewässern
Auf die Frage, ob in örtlichen Gewässern der Ehec-Erreger zu finden sei, antwortet von Stetten, dass der Erreger vor allem im Kot von Rindern wie auch bei Schafen und Ziegen vorkäme. In das Abwasser könne er aus Schlachthöfen oder durch mit Tierfäkalien verunreinigtes Regenwasser geraten. Auch durch den Menschen wäre dies möglich. „Die Konzentration von Ehec im Abwasser ist aber deutlich geringer als die Konzentration von nicht krankheitserregenden Kolibakterien“, sagt von Stetten. Auch Löbl sieht keine Gefahr in heimischen Gewässern. „Das Abwasser, das in unsere Gewässer abgeleitet wird, hält alle Grenzwerte ein und wird auch schnell verdünnt, deshalb haben wir keine Probleme.“
aba/Symbolbild: pa
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