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25.05.2011, 11:49 Uhr

 

Neuenfels bleibt an Bayreuth interessiert

BERLIN. Der Theater- und Opernregisseur Hans Neuenfels ist nach seiner "Lohengrin"-Inszenierung an einer weiteren Arbeit bei den Bayreuther Richard-Wagner-Festspielen interessiert.

 

Das betonte Neuenfels, der am 31. Mai 70 Jahre alt wird, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Der Regisseur hatte mit "Lohengrin" im vergangenen Sommer sein viel beachtetes Bayreuth-Debüt gegeben.

"Sportife Bedingungen"

"Wenn die Probenbedingungen stimmen, bin ich für jedes Abenteuer bereit", betonte Neuenfels. "Es war schon 2010 ein großes und sehr erfreuliches Abenteuer", sagte er rückblickend auf das Premierenjahr in Bayreuth. "Ich würde gerne dort weiterarbeiten und auch andere Projekte übernehmen, aber mit angemessenen Arbeitsbedingungen, denn die sind bisher auf dem Grünen Hügel allzu sportif, vor allem die Probenzeiten sind viel zu eng gedrängt. Das muss nicht sein. Bayreuth versteht sich doch als Werkstatt und muss dafür auch die Arbeitsmöglichkeiten zur Verfügung stellen."

An der in Bayreuth 2013 geplanten "Ring"-Inszenierung zum 200. Geburtstag von Richard Wagner hätte sich Neuenfels gerne beteiligt. Teilinszenierungen des vierteiligen "Ring des Nibelungen" hätten auch Festspielchefin Katharina Wagner und Regisseur Stefan Herheim übernehmen können. "Das haben wir damals in Tag- und Nacht-Gesprächen angedacht, falls es keine andere schlagende Alternative für das Jubiläumsjahr 2013 gegeben hätte. Wir meinten, dass Leute mit eigenen wichtigen Erfahrungen in der Disziplin Oper ein gutes gemeinsames Team und sogar eine aufregende Truppe gewesen wären für den Fall, dass es keine andere Lösung gegeben hätte", sagte Neuenfels.

"Dass unser Traum nicht verwirklicht wird, habe ich sehr bedauert." Bayreuth wollte für den "Ring" 2013 ursprünglich den Filmregisseur Wim Wenders verpflichten, die Zusammenarbeit kam aber nicht zustande.

Kein Zweifel an der Oper

Anders als der jetzt in Madrid arbeitende Opernintendant Gerard Mortier zweifelt Neuenfels nicht an der Zukunft der Kunstform Oper. "Das ist Koketterie", meint Neuenfels. "Die Kunstform Oper hat noch so viele Möglichkeiten der Entdeckungen, da sorge ich mich nicht um ihre Zukunft. Allerdings darf das Regietheater nicht die Oberhand gewinnen, das gilt auch für das Schauspieltheater. Wenn die Interpreten vergessen, dass sie interpretieren, und glauben, sie wären die eigentlichen Autoren oder Komponisten, dann sieht es allerdings schlecht aus für die Kunstform Oper."

Richtig sei, dass jede Bühneninterpretation auch in die gesellschaftliche Gegenwart wirken und neue Generationen ansprechen müsse, wenn das Theater eine Zukunft haben solle.

Die Frankfurter Oper eröffnet ihre neue Spielzeit 2011/2012 mit der Neuenfels-Inszenierung der Oper "Penthesilea". Sein nächstes größeres Opernprojekt plant Neuenfels wieder in Berlin. Staatsopern-Intendant Jürgen Flimm hat ihn eingeladen, im Herbst 2012 Mozarts Oper "Die Gärtnerin aus Liebe" am Schiller-Theater zu inszenieren. "Das wird ein experimenteller Mozart, die Oper schreit nach einem neuen Libretto." Mozart hatte die 1775 uraufgeführte Opera buffa für den Münchner Karneval geschrieben.

Foto: dpa




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