19.05.2011, 15:54 Uhr
Von Sandra Fuhrmann
BAYREUTH. Die Bilder des Künstlers Nabil El Makhloufi sind Licht und Schatten zugleich. Am Dienstag 24. Mai, um 18.30 Uhr wird er seine Ausstellung im Foyer des Audimax in der BAT-Campus Galerie eröffnen.
„Irgendwann kam mein Vater mit einer Schachtel Wachsmalfarben. Ich war sehr glücklich über das Geschenk. Ab diesem Zeitpunkt hat sich etwas verändert.“ Nabil El Makhloufi wurde 1973 in Marokko geboren. Schon früh begeisterte er sich für das Zeichnen – und irgendwann auch für Leipzig. Dort begann er, nachdem er zuvor zwei Jahre lang Deutsch gelernt hatte, 2001 sein Studium. 2008 erhielt er sein Diplom in Bildender Kunst.
Immer auf der Suche
In seinen Bildern vermischt sich Schemenhaftes mit klaren Strukturen. Die Personen in seinen Bildern befinden sich oft in wartenden oder suchenden Positionen. Suchen nach was? „Nach sich selbst und dem anderen in sich“, sagt Makhloufi. Er versteht seine Bilder als ein Sinnbild des menschlichen Daseins. „Die Personen sind unvollkommen. Sie brauchen noch etwas.“
Die Suche zeigt sich dem Betrachter dabei nicht nur im Bild, sondern überträgt sich quasi durch das Betrachten auf ihn selbst. Auf der Suche nach der Bedeutung hinter der Kunst kann er beginnen, sich auf die Suche nach dem eigenen Ich zu begeben. Zwar versucht Makhloufi durch eindringliche Situationen, wie etwa Flüchtlinge in einem Boot, Aufmerksamkeit zu erregen, das politische rücke bei seinen Werken allerdings nach hinten. „Die menschliche Ebene steht im Vordergrund“, sagt er. Denn die Suche nach Selbstverwirklichung beginne zuerst einmal im Alltag.
Entstehen würden die Gemälde in seinem Kopf, sagt er. Meist suche er dabei nach einem Motiv, das sich schon irgendwo in seinem Kopf befinde. Aber auch Situationen und jedes andere Bild, auch die eigenen, können laut Makhloufi eine Inspiration sein. „Wenn ich etwas sehe, das mich anspricht, kann das als Ausgangspunkt dienen.“ Die Entstehung der Bilder sei eine Mischung zwischen einem strategisch kalkulierten Vorgang und Zufallsprinzip. „Irgendwann kommt dann ein Zeitpunkt, wo ich sage: Jetzt kann ich aufhören.“
Farbtupfen wie Lichtblicke
Bedrohung und Hoffnung lassen sich bei Makhloufi in verschiedenen Ebenen lesen. Zum einen durch die abgebildeten Situationen, zum anderen durch die Wirkung des Gemäldes selbst: Einzelne Farbkleckse sind wie Lichtblicke in einem sonst eher düsteren Umfeld. „Die Farbtupfen passieren einfach“, sagt der Künstler. Letztlich sei das Zusammenspiel wichtig, dass im Gesamtbild ein besonderer Ausdruck entsteht. „Ich weiß auch nicht, warum ich das da mache und dort nicht.“
Die Farbtupfen seien wie etwas Vergangenes, das bleibt, versucht Makhloufi es zu beschreiben. Es sei wie mit Erinnerungen. Von manchen blieben die Konturen, andere würden irgendwann ganz verschwimmen. Ständig gewinne und verliere man sie. Durch diese Verbildlichung der Gedankenwelt versucht der Maler eine Identifikation des Betrachters mit den Gemälden hervorzurufen. „Was ich vermitteln will, ist eigentlich nur eine Frage an sich selbst zu stellen. Dass man sich mit seiner Umgebung in anderer Art und Weise beschäftigt und sie anders wahrnimmt“, sagt er. Er hofft, dass die Besucher seiner Ausstellung „ein Gefühl von etwas Intensivem“ mitnehmen. Seine Bilder jedoch müsse und wolle er einfach machen. „Wenn Leute sich angesprochen fühlen, ist das schmeichelhaft.“
INFO: Nabil El Makhloufi lädt am Mittwoch, 25. Mai, um 18 Uhr zum After-Work-Rundgang durch die Ausstellung ein. Vom 25. Mai bis zum 26. Juni werden die Bilder im Foyer zu sehen sein. Öffnungszeiten sind montags 10 bis 22 Uhr, Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr.
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