16.05.2011, 11:00 Uhr
Von Lisa Faber
BAYREUTH. Später möchte Benedikt Ramming den Familienbetrieb Popp übernehmen, den sein Großvater gegründet hat. Aus der Region wegzuziehen kann sich der Parkettleger auf keinen Fall vorstellen.
Benedikt Ramming ist sehr ortsgebunden: „Mich bekommt so schnell keiner von hier weg“, sagt er über seine oberfränkische Heimat. Manche seiner Freunde seien in Großstädte umgezogen, für ihn wäre das nichts. Er schätze die Ruhe auf dem Land und vor allem die schöne Umgebung. Besonders die große Brauereidichte in der Fränkischen Schweiz hat es ihm angetan: „Das fränkische Bier ist einfach das Beste von allen,“ sagt der 20-Jährige. Zusammen mit Freunden wandert er ab und zu auf dem Bierwanderweg durch die Fränkische Schweiz.
Auch auf Traditionen legt der Jugendliche Wert. In der Eckersdorfer Landjugend trifft er sich mit Freunden und hilft beim Maibaumaufstellen. Bei Festzügen trägt er die traditionelle oberfränkische Tracht.
Vom Kammer- zum Bundessieger
Der 20-Jährige wohnt in Eckersdorf und arbeitet dort im Familienbetrieb Popp, den sein Großvater vor 50 Jahren gegründet hat. Im Juli hat er seine Ausbildung zum Parkettleger mit Erfolg abgeschlossen. Mit seinem Gesellenstück wurde er Kammersieger und qualifizierte sich dadurch für den Landesentscheid, den er ebenfalls für sich entschied. Auch beim Bundesentscheid, an dem acht Parkettleger aus ganz Deutschland teilgenommen haben, ging er als Sieger hervor.
Im nächsten Jahr geht es nach Rumänien: Dort wird er sich mit Parkettlegern aus ganz Europa messen. Ramming ist sehr ehrgeizig: „Wenn ich dort hinfahre, dann möchte ich auch gewinnen.“ Die Aufgabenstellung bekommt er erst vor Ort. Dann kommt es auf die Arbeitsweise, die Maße und die Genauigkeit an. „Ich denke, der Wettbewerb geht mir locker von der Hand“, sagt Ramming, der sich durchaus Chancen ausrechnet, zu gewinnen.
Zurzeit macht er seinen Meister, den er zum Großteil von seinem Preisgeld beim Bundesentscheid finanziert hat. Die praktische Prüfung hat er bereits bestanden, die mündlichen folgen in wenigen Monaten. Aber das reicht Ramming nicht: „Vielleicht möchte ich später noch eine Fortbildung zum Parkettrestaurator machen.“ Auch den Betriebswirt des Handwerks möchte Ramming noch machen.
Abwechslungsreiche Tätigkeit
An seiner Tätigkeit als Parkettleger schätzt er vor allem die Abwechslung. Toll findet Ramming, dass er viel mit Menschen zu tun hat und jeden Tag andere Probleme lösen muss. Für ihn stand sein Berufswunsch schon fest, als er noch im Kindergarten war. „Mein Opa hat mich schon als kleines Kind mit auf die Baustelle genommen,“ sagt Ramming. „Man weiß zwar nie, was kommt, aber ich habe vor, das Unternehmen zu übernehmen“, sagt er. Aber eines weiß er ganz genau: In der Region bleiben möchte er auf jeden Fall.
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