11.05.2011, 18:00 Uhr
Von Christina Knorz
BAYREUTH. „Bin elf Jahre alt und liebe Wagner“ – diesen Satz schickte Jonas aus Seybothenreuth in die Redaktion. Über 300 Vorschläge haben uns mittlerweile von kreativen Lesern erreicht. Der Grund: Der Kulturbeauftragte für Musik und Theater der Stadt, Nicolaus Richter, bat um Mithilfe, einen griffigen Slogan fürs Jubiläumsjahr zu finden.
Die Leute zum Nachdenken bringen, anders als bei der Dachmarke für Oberfranken Bürger mitzunehmen für das vier Millionen Euro teure Festprogramm der Stadt anlässlich des 200. Geburtstags von Richard Wagner 2013 war Richters Ziel. Der Ruf wurde erhört: per Mail, gefaxt, mit Schreibmaschine getippt, gezeichnet, gedichtet, auf Englisch, Latein, auf Postkarten geschrieben, grafisch aufgepeppt, als Auto-Schild, auf Pappkarton, winzig kleinen Zettelchen oder ganzen Bögen – das Thema lässt viele zum Stift greifen.
150 Vorschläge
Der fleißigste war Hermann Kugler, über 150 Vorschläge schickte alleine er – auf elf DIN-A4-Seiten! Zwar nimmt die Schönschrift auf den hinteren Seiten etwas ab, aber die Vorschläge können sich hören lassen: „Gute Freunde kann niemand trennen – Wagner in Bayreuth 2013“, ist Vorschlag Nummer drei, spätere zum Beispiel: „Vielleicht finden Sie Ihren Siegfried in Bayreuth 2013?“, „Unser Bahnhof ist klein. Unser Wagner ganz groß“, „In Bayreuth sind Sie richtig! Wagner 2013“, „Vieles geht – Wagner bleibt!“ oder „In bester Gesellschaft – Bayreuth und Wagner 2013“.
Brigitte Maria Hübner dichtete „Bayreuth – das ist klar, ohne Wagner undenkbar!“ Karl-Heinz Quehl schlägt „Bayreuth l(i)ebt Wagner“ vor, Daniel Jahn und Johannes Loscher schicken „Richard Wagner – gesalzene Preise seit 1813“ ins Rennen. Kurz und knapp meint René Becher: „Wagner in Bayreuth. Der Klassiker.“ Etwas länger dagegen der Spruch von Gunter Bezold per Mail eingegangen: „Irgendwann merkt es jeder. Gehörgangschmeichler Richard Wagner.“
Wie eine Geheimbotschaft mit viel Tesafilm verschlossen sandte Josef Fessl seinen Vorschlag per Post ein: „2013 Bayreuth – Wo Wagner weiterlebt.“ Der Vorsitzende des hiesigen Richard-Wagner-Verbands, Paul Götz, hat sich „Bayreuth. Wir sind Wagner“ ausgedacht.
Etliche schrieben das Offensichtliche: „Was wäre Bayreuth ohne Wagner?“, was sicher stimmt, als Werbespruch aber wohl nach hinten losgeht.
Beteiligung noch bis Ende Juni
Der Kulturbeauftragte ist zufrieden mit dem Verlauf der Aktion. „Die Leute reden drüber, das war uns wichtig. Und vielleicht ist ja wirklich der Spruch dabei, der ab 2012 plakatiert wird.“ Bis Ende Juni kann sich jeder beteiligen. Dann wird ein Arbeitskreis die Ergebnisse sichten. Der elfjährige Jonas aus Seybothenreuth hatte übrigens noch eine Idee: „Wer Wagner kennt, wird Bayreuth lieben.“
INFO: Auch ne Idee? Schicken Sie uns Ihren Vorschlag entweder per E-Mail an kultur@kurier.tmt.de oder per Postkarte an den Nordbayerischen Kurier, Redaktion, Theodor-Schmidt-Straße 17, 95448 Bayreuth. Sollte sich unter den eingereichten Vorschlägen ein Spruch finden, der ab 2012 auf den Werbeplakaten zu lesen ist, gibt es als Belohnung zwei Ehrenkarten für Festakt und Festkonzert anlässlich des 200. Geburtstags von Franz Liszt am 22. Oktober in der Stadthalle.
Foto: Ritter
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