09.05.2011, 18:39 Uhr
Von Lisa Faber
BAYREUTH. Die Demenzkrankheit Alzheimer ist unheilbar, der Verlauf kann aber verlangsamt werden. Suizid kommt nur im Anfangsstadium vor.
Primär sei Alzheimer eine Erkrankung des Gehirns, sagt Dr. Michael Schüler, Chefarzt des Gerontopsychiatrischen Zentrums in Bayreuth und Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft Bayreuth Kulmbach. „Die Erkrankung beginnt unspektakulär und verläuft schleichend“, sagt Schüler.
Suizid-Gedanken nur in den Anfangsjahren
Mit zunehmendem Wahrnehmungsverlust sei es für den Erkrankten einfacher, mit seinem Leiden umzugehen. Daher komme Suizid nur in den Anfangsjahren vor. „Das ist die Gnade dieser Krankheit. Die Betroffenen merken später nicht mehr, was sie nicht mehr können“, sagt Schüler.
Für die Angehörigen sei die Krankheit eine schlimme Belastung. 70 Prozent der Alzheimer-Patienten würden zu Hause gepflegt. „Das ist mehr als ein Vollzeitjob. Betroffene müssen rund um die Uhr betreut werden“, sagt Schüler.
Um Angehörige zu entlasten, sei nachbarschaftliche Hilfe wichtig. „Es reicht schon, wenn ein Nachbar zwei Stunden auf den Opa aufpasst, damit die pflegende Tochter mal wieder zum Friseur kann.“
Foto: pa
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