07.05.2011, 17:15 Uhr
Von Dirk Feustel
NÜRNBERG. Der 1. FC Nürnberg und die TSG Hoffenheim trennen sich 1:2. Für den Club ist damit die Chance auf eine Qualifikation für die Euro-League geplatzt.
1. FC Nürnberg gegen die TSG Hoffenheim: Es war zunächst ein Spiel der Abschiede. Vor dem Spielbeginn wurden von Sportdirektor Martin Bader FCN-Protagonisten geehrt, die fast alle erst vor knapp einem Jahr zum Club gekommen sind und das Team vor allem spielerisch voranbrachten. Zum Beispiel der vom FC Bayern München ausgeliehene Mehmet Ekici, der in den vorangegangenen 32 Spielen geschickt die Fäden im FCN-Mittelfeld zog und der vielleicht nach Bremen wechselt.
Oder Ilkay Gündogan, ebenso Mittelfeldstratege, den es – wie seit kurzem bekannt ist – zum Meister nach Dortmund zieht. Dann Stürmer und FCN-Speerspitze Julian Schieber, ausgeliehen vom VfB Stuttgart, der zuletzt lange verletzt war, jedoch zuvor mit sieben Treffern als erfolgreichster Club-Torschütze überzeugte. Es wären ohne Verletzung sicher mehr gewesen. Er kehrt nach Stuttgart zurück.
Zuletzt war unter tosendem Applaus der Nürnberger Fans FCN-Legende, das „Phantom“ Marek Mintal an der Reihe. Der 33jährige Slowake verlässt den FCN nach acht Jahren, mehr als 60 Toren und fast 180 Ligaspielen.
Nürnberg bestimmt das Spiel und geht in Führung
Nach Blumen und Abschiedsgeschenken an die scheidenden Spieler und dem Anpfiff war es dann der Club, der die Initiative übernahm. Sicher wollte Nürnberg im letzten Heimspiel der Saison den Fans im ausverkauften Stadion noch einmal etwas bieten. Für die Motivation bestimmender aber war sicher die Tatsache, dass der Club rechnerisch vor Beginn des Spiels noch immer die Chance auf die Qualifikation zum internationalen Geschäft besaß. Somit war klar, warum der FCN zunächst einmal das offensivere der beiden Teams war.
Auf die erste Chance warteten die Zuschauer aber bis zur 10. Minute. Eigler traf nach einem sehenswerten Konter über Wollscheid und Schieber mit einem Schlenzer fast von der Grundlinie nur den Querbalken. Nach 16 Minuten dann wurde Nürnbergs Offensiv-Geist belohnt. Mehmet Ekici passte einen Freistoß von der rechten Strafraumlinie flach in die Mitte zu Philipp Wollscheid, der vom Elfmeterpunkt routiniert zur Führung einschob. Der Ball wurde noch leicht von einem Hoffenheimer Spieler unhaltbar für Tom Starke abgefälscht. Nürnberg blieb auch nach der Führung spielbestimmend. Allerdings ohne dabei zu weiteren guten Torchancen zu kommen.
Ausgleich vor der Pause
Erst nach einer halben Stunde kamen die Gäste aus Hoffenheim dann besser ins Spiel. Nach 32. Minuten war es David Alaba, der mit einem Distanzschuss knapp das Club-Tor verfehlte. Hoffenheim konnte das Spiel, das jetzt durch viel Taktik und Zweikämpfe im Mittelfeld geprägt war, ausgeglichen gestalten.
In der 40. Minute kamen die Kraichgauer dann sogar zum Ausgleich, der nicht einmal unverdient war. Gylfi Sigurdsson zirkelte einen Freistoß von der linken Seite auf den Kopf von Firmino. Nürnbergs Javier Pinola stand schlecht, kam zu spät zum Kopfballduell und Firmino konnte so zum 1:1 ausgleichen.
Zweite Hälfte mit wenig Höhepunkten
Die spannendsten Momente in den zweiten 45 Minuten waren zwei Momente, die mit dem eigentlichen Spielgeschehen nichts zu tun hatten. In der 49. Minute ging ein Jubel durchs Stadion, als Mainz 05, Nürnbergs direkter Konkurrent im Kampf um Platz 5, auf Schalke mit 0:1 in Rückstand kam. Und nochmals brandete Jubel auf. Nämlich als in der 63. Minute Marek Mintal für Ilkay Gündogan aufs Feld kam.
Jener Mintal war es, der sechs Minute später mal wieder für Aufsehen sorgte, was das Spiel betraf. Nach einer Kopfballvorlage von Schieber zog der Slowake aus etwa 18 Metern volley ab. Hoffenheims Torhüter Tom Starke hatte Mühe, den Ball abzuwehren. Mit einem Treffer in dieser Situation hätte sich Mintal unsterblich in Nürnberg gemacht, wenn er das nicht eh schon ist.
Hoffenheim erzielt 1:2
Bis zur 84. Minute passierte dann herzlich wenig. Erst dann hatte FCN-Kapitän Andreas Wolf die Chance, mit dem Kopf Nürnberg in Führung zu bringen. Er vergab allerdings. Besser machten es nur eine Minute später die Gäste. Nach einem Fehler des ansonsten guten Philipp Wollscheid - er drosch kurz vor dem Strafraum über den Ball - schoss Sigurdsson cool zur Führung für Hoffenheim ein. FCN-Torhüter Raphael Schäfer war machtlos.
Der Club kam in den letzten Minuten nicht mehr zu einer Ausgleichsmöglichkeit. Somit blieb es beim 1:2 und Nürnberg musste sich mit einer Niederlage vom eigenen Publikum verabschieden. Und zudem auch von der Euro-League. Denn durch die Niederlage hat der Club keine Möglichkeit mehr auf Platz 5.
Foto: dpa
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