07.05.2011, 16:00 Uhr
Von Andrea Franz
BAYREUTH. Seit 150 Jahren brauchen sich Bayreuths Bürger nicht mehr vor lodernden Flammen fürchten. Denn seitdem ist die Feuerwehr der Stadt bei Bränden aller Art sofort zur Stelle. Damit das auch weiterhin so bleibt, bildet seit 41 Jahren die Bayreuther Jugendfeuerwehr den Nachwuchs aus. Jugendfeuerwehrwart Holger Sieber übernimmt mit acht weiteren Kollegen die Ausbildung.

„Das Ziel der Abteilung Jugendfeuerwehr ist es, unseren Nachwuchs altersgemäß auf den späteren aktiven Feuerwehrdienst vorzubereiten,“ sagt Holger Sieber. Mit 18 Jahren wird es dann ernst für die Anwärter und sie können im aktiven Feuerwehrdienst tätig werden und bei Einsätzen mitfahren.
Das war nicht immer so. Die Jugendfeuerwehr Bayreuth wurde vor 41 Jahren auf Anregung der Feuerwehr Annecy von Erwin Hirschmann gegründet. 1970 wurde dazu eine Werbeveranstaltung in der Stadthalle durchgeführt. Binnen weniger Wochen hatte die frisch geschlüpfte Jugendabteilung der Feuerwehr Bayreuth bereits stolze 37 Mitglieder.
Gestaffelte Ausbildung
Seit Anfang 2010 hat der 28-jährige Holger Sieber bei der Jugendfeuerwehr die Zügel in der Hand. Zusammen mit weiteren acht Kollegen übernimmt er die gestaffelte Ausbildung des Nachwuchses. Derzeit treten 42 Jugendliche von zwölf bis 18 Jahren, darunter sieben Mädchen, und zusätzlich zehn Anwärter der Feuerwehr Wolfsbach in der Feuerwache in Bayreuth einmal wöchentlich ihren Dienst an.
Eingeteilt in drei Gruppen, je nach Alter und Wissensstand, führen Sieber und seine Kollegen die Jugendlichen spielerisch an den aktiven Feuerwehrdienst heran, damit sie später in Notfällen den Bürgern schnell und kompetent zur Seite stehen können. Wichtig sei dabei, Respekt vor dem Feuer zu haben, aber keine Angst. „Deshalb machen wir mit den Anwärtern Feuerlöschübungen, damit sie lernen, wie man am effektivsten, schnellsten und sichersten ein Feuer aus bekommt“, meint Sieber.
Die Jugendlichen in der ersten Gruppe sind zwischen zwölf und 14 Jahre alt. „Sie lernen in ihrem Ausbildungsabschnitt die absoluten Basics, wie Knoten, Schläuche, Gerätekunde und die Ausstattung der verschiedenen Löschfahrzeuge“, sagt Sieber.
Teamgeist gefragt
Der Dienst der 15- und 16-Jährigen in der zweiten Gruppe geht schon mehr ins Detail. Die Feuerwehranwärter erbringen in dieser Zeit ihre ersten Leistungsnachweise, legen die bayerische Jugendleistungsprüfung ab und besuchen Wettkämpfe auf Landkreis- und Bezirksebene. „Dabei ist viel Teamgeist gefragt, weil man bei den Aufgaben, wie zum Beispiel dem Kuppeln von Saugleitungen, häufig Hand in Hand arbeiten muss, damit alles funktioniert“, erklärt Sieber.
In der dritten Gruppe absolvieren die 17- und 18-jährigen Jugendlichen die Grundausbildung. In einem vorgegebenen zeitlichen Rahmen von 70 Stunden werden sie zum Truppmann ausgebildet. „Mit 18 Jahren dürfen die Feuerwehrmänner zum ersten Mal bei den Erwachsenen ausrücken und Realeinsätze fahren“, sagt Sieber.
Ausbildung in Erster Hilfe
Der Posten des Jugendfeuerwehrwarts ist sehr zeitintensiv. Die ausführliche Vorbereitung der theoretischen Ausbildungseinheiten kosten Sieber und seine Kollegen viel Zeit. Aber für die Jugendlichen ist es unerlässlich, über Themen wie Erste Hilfe, Brennen und Löschen sowie technische Hilfeleistung Bescheid zu wissen.
Um den Nachwuchs bei den zahlreichen Freizeitalternativen und der Bayreuther Vereinslandschaft bei Laune zu halten, bietet die Feuerwehr Bayreuth neben Brandschutz- und Hilfeleistungsausbildung auch weitere abwechslungsreiche Aktivitäten in der Jugendarbeit: Zeltlager, Ausflüge zum Kanufahren und auf die Sommerrodelbahn, Schulfeste, Wettbewerbe und Fahrten in die Partnerstadt nach Annecy.
„Wir können den Jugendlichen viel bieten und das merkt man an den steigenden Mitgliederzahlen“, sagt Sieber.
Dies ist eine Nachricht aus unserem Archiv.
Es können daher keine neuen Kommentare verfasst werden.
| Uni-Studio besteht Test 24.05.2012 |
![]() |
Fichtelberg: Kristallbad zerstört, Brandursache gesucht 14.05.2012 zum Video |
![]() |
Nach dem Großbrand im Kristallbad Fichtelberg 13.05.2012 zum Video |
![]() |
Adieu Michael Hohl 25.04.2012 zum Video |
![]() |
Prominenz beim 4. Bayreuther Ökonomiekongress 10.05.2012 zum Video |
![]() |
BBL-Beirat und Uni-Prof: Herbert Woratschek im Porträt 27.04.2012 zum Video |
Nach dem Brand des Kristallbades in Fichtelberg wurden schnell Stimmen laut, dass ein neues Bad gebaut werden soll. FInden Sie, dass Fichtelberg ein Schwimmbad braucht?