02.05.2011, 14:00 Uhr
MÜNCHEN. Das neunjährige Gymnasium in Bayern ist Geschichte. Am Montag wurden die rund 36.400 Abiturienten des letzten G9-Jahrgangs offiziell entlassen. Der Bayerische Philologenverband sprach von einer historischen Zäsur für das bayerische Gymnasium, da nach mehr als dreieinhalb Jahrzehnten ein Erfolgsmodell zu Ende gehe.
Der erste Jahrgang des achtjährigen Gymnasiums hat die Abiturprüfungen noch vor sich: Am Freitag, dem 13. Mai, beginnen die schriftlichen Prüfungen. Mit den zeitlich versetzten Terminen soll der Ansturm auf den Arbeitsmarkt und die Universitäten durch den doppelten Abi-Jahrgang verringert werden.
Doppelter Abiturjahrgang kommt an
Um keine Zeit zu verlieren, begannen viele Abiturienten direkt mit dem Studium und schrieben sich bereits zum Sommersemester, das am Montag begann, an einer Hochschule ein. Andernfalls könnten sie erst zum Wintersemester starten und träfen damit mit dem ersten G8-Jahrgang zusammen. "Unmittelbar nach dem Abitur ins Studium zu starten, ist eine starke Leistung", sagte Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP).
An den bayerischen Hochschulen wird es damit schon jetzt so voll wie nie zuvor. "Der doppelte Abiturjahrgang kommt an", berichtete die Universität Bayreuth. Dort sind zum Beginn des Sommersemesters 9880 Studierende eingeschrieben und damit so viele wie noch nie zuvor in einem Sommersemester.
Niveauvolles Studium
Die Hochschule Ingolstadt rüstete sich auch mit mehr Personal für den deutlichen Zuwachs. Zum Sommersemester traten dort vier neue Professoren an. An der Technischen Universität München können die Erstsemester im Eiltempo in ihr Studium starten. Mehr als 1700 Abiturienten beginnen dort in dieser Woche ihr Studium im Sonderprogramm "two in one" für den doppelten Abi-Jahrgang, in dem sie bis September zwei Semester in einem absolvieren.
"Wir leisten mit diesem kreativen, zugegebenermaßen aber auch anstrengenden Programm unseren Beitrag, dass alle qualifizierten Absolventen des doppelten Abiturjahrgangs die Möglichkeit eines niveauvollen Studiums bekommen", sagte Hochschulpräsident Wolfgang Herrmann.
dpa/Foto: pa
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