29.04.2011, 22:23 Uhr
Von Werner Reißaus
NEUENMARKT. Die rund 70 Eigentümer der Eichmühle haben große Pläne zur Gewinnung von regenerativer Energie im Raum Neuenmarkt. Deren Realisierung scheitert vorerst am Geld. Das Wasserkraftwerk ist aber bereits in Betrieb.
Rund 70 Personen, vorwiegend aus dem Raum Traunstein, sind seit September 2010 Eigentümer der unter Denkmalschutz stehenden Eichmühle samt Wasserkraftwerk. Was will das fast ausschließlich auswärtige Konsortium mit der alten Mühle? „Wir haben uns der Nutzung von regenerativen Energien verschrieben, ob Sonne, Wind oder Wasser“, sagt Jürgen Oberhauser. Der 51-Jährige wohnt inzwischen in der Eichmühle und gilt als Kopf der Gesellschaft.
Ein glücklicher Umstand sei es gewesen, dass er in Neuenmarkt gelandet ist, sagt Oberhauser: „Die Gesellschafter haben fünf Windkraftwerke, wir haben eines davon verkauft. Wir wollten das Geld wieder investieren. Ich habe über ein halbes Jahr ein Wasserkraftwerk gesucht, bis wir auf die leerstehende Eichmühle gekommen sind, an der wir zufällig vorbeigekommen sind.“
Harter Kern hält 80 Prozent
Der harte Kern der Gesellschafter besteht aus nur fünf Personen, die etwa 80 Prozent der Anteile zeichnen. Dazu gehört Oberhauser selbst, der den Beruf des Konditors erlernt, aber nie ausgeübt hat. Vielmehr lebt er für seine Überzeugungen: „Jeder hat zwar etwas gegen Kernenergie, aber keiner macht was. Wir haben uns 1990 dazu entschlossen, Windkraftwerke zu bauen. Nach fünf Jahren haben wir das erste Windkraftwerk im Landkreis Traunstein gebaut. Die Gesellschafter der Eichmühle sind aus meiner Gegend. Nur ein Gesellschafter ist aus Himmelkron.“
Die Gesellschaft sucht nach weiteren Investoren, weil sie das Nebengebäude der Eichmühle noch ausbauen will. Das Wasserkraftwerk erwirtschafte nicht allein die laufenden Kosten für die Eichmühle. „Wir brauchen dazu auch die Einnahmen von den Mietwohnungen und einer Ferienwohnung und deswegen werden die auch ausgebaut.“
305.000 Kilowattstunden im Jahr
Das Wasserkraftwerk produziert im Zehn-Jahres-Mittelwert rund 305.000 Kilowattstunden Energie im Jahr. Damit könnte man die nahe gelegene Ortschaft Schlömen mit Strom versorgen. Eine neue Turbine wäre auch nötig, sagt Oberhauser: „Das bedeutet wiederum eine Investition von einer Viertelmillion Euro, aber wir wollen im Moment nicht mehr Schulden aufnehmen.“ Wenn alles gut läuft, soll aber bald auch noch eine Windkraftanlage folgen.
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