29.04.2011, 13:57 Uhr
BAYREUTH. Auf schwerem Terrain bewegte sich Gerhard Tötschinger, als er in der Markgrafen Buchhandlung am vergangenen Donnerstag aus seiner neusten Publikation „Franz List – Vom Dorfe in die Welt las“. Voller Energie und mit lebhafter Stimme präsentierte er Passagen aus dem Leben des in Bayreuth verstorbenen Pianisten.
Mit seiner Lesung lockte Tötschinger zwar viele Zuhörer, doch nicht alle stimmten mit seinen Erzählungen überein. In der Diskussionsrunde stellte ein Gast seine eigene Überzeugung dar und machte so aus einer kurzen Frage beinahe einen zweiten Vortrag. Doch da Tötschinger zu Recherchezwecken viel Zeit in Archiven mit originalen Briefen und Skripten verbracht hatte, konnte er seinen Standpunkte problemlos untermauern.
Inhaber zufrieden
„Ich bin sehr zufrieden mit der Lesung. Es sind wirklich viele Leute gekommen“, so Rolf Geilenkirchen, Inhaber der Buchhandlung. Es sei schwer für ein kulturelles Ereignis Publikum zu finden. Erschwerend käme hinzu, dass sich im Liszt-Jahr viele Veranstalter mit dem Thema befassen würden. Der vor kurzem nach Bayreuth gezogenen Christiane Ring hat der Abend sehr zugesagt: „Es war sehr informativ und ich habe viel Neues gehört.“ Was Ring jedoch besonders gefallen hat, war die Tatsache, dass Tötschingers Erzählungen nicht klangen, als lese er ein Lexikon.
„Ich habe versucht nicht die Jahreszahlen aneinanderzureihen, sondern mich auf die Punkte, die in Liszt leben wichtig waren konzentriert“, so der Autor. Tatsächlich hat er seine Kapitel nach den Orten benannt, an denen sich der Pianist aufhielt. Durch diese Taktik fällt es leicht seinen Worten zu folgen und sich so weiter in die Geschichte zu vertiefen. „Tötschinger hat viele Themen angesprochen und es war sehr interessant ihm zuzuhören“, so Monika Stock aus Weidenberg. Auch sie fand Gefallen an der Redensart des Schauspielers, was wohl den Charme der Veranstaltung ausmachte.
axb/Foto (Archiv): privat
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