27.04.2011, 10:46 Uhr
BAYREUTH/KULMBACH. Immer mehr Menschen schließen sich der Anti-Atom-Bewegung an. Auch in der Region gingen in den vergangenen Tagen viele Atomkraftgegner auf die Straße.

Umdenken. Das ist es, was die Menschen nach Ansicht – nicht nur – der Atomkraftgegner und Umweltschutzaktivisten tun müssen. In Bayreuth kamen einige Hundert Anti-Atom-Demonstranten zur Dienstagsdemo, die diesmal die fast schon traditionelle Montagsdemo ersetzte. Der St. Georgener Pfarrer Friedrich Jehnes führte nach fünfminütigem Glockengeläut vor der Spitalkirche, in das andere Kirchen nach und nach einstimmten, mit einem Friedensgebet in die Veranstaltung ein.
Schrecklich präsent sei die Tschernobyl-Katastrophe bei ihm, sagte Jehnes: „Was nie hätte passieren dürfen, ist jetzt schon zum wiederholten Mal passiert. Vor diesem Hintergrund von einem Restrisiko zu sprechen, ist fast schon zynisch.“
Verbrauchen was nötig
Nach Jehnes’ Worten zog die Demo durch die Fußgängerzone zum La-Spezia-Platz, wo der Bund Naturschutz (BN) eine Kundgebung organisiert hatte. Reinhard Birkner, BN-Vorsitzender in Bayreuth, forderte wie Peter Ille (BN) und weitere Redner genau jenes Umdenken ein, das zum bewussten Leben fehle: „Man muss sich vor Augen halten: Wie verhalte ich mich und was löse ich mit meinem Verhalten aus?“, sagte Birkner.
Beim Konsum, längst nicht nur beim Konsum von Strom, habe „jeder selbst in der Hand, was er kauft“. Ziel müsse sein, nur so viel Ressourcen wie nötig zu verbrauchen – und im gleichen Maß den Energiehunger der Menschheit zu reduzieren, schloss Ille an.
Kulmbach auf der Straße
In Kulmbach ist der Ruf nach dem Ende der atomaren Energie zum 25. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl lauter denn je. Trotz teilweise starken Regens haben sich am Dienstagabend ein paar Hundert Atomkraftgegner aller Altersschichten an einem Demonstrationszug mit anschließender Kundgebung auf dem Kulmbacher Marktplatz beteiligt.
Jürgen Öhrlein hat das „Bündnis Atomausstieg Kulmbach“ organisiert, an dem sich Kirchenvertreter, Wohlfahrtsverbände, Politiker und Bürger gleichermaßen beteiligen. Das Bündnis hat in den vergangenen Wochen bereits mehrfach mit Mahnwachen für eine schnelle Energiewende in Deutschland demonstriert. Bewusst haben die Organisatoren den Startpunkt für ihren Marsch durch die Kulmbacher Innenstadt beim neuen Gebäude der Stadtwerke in der Hofer Straße gesetzt.
Laut Markus Ruckdeschel von der Energieagentur Oberfranken könnten vor allem Kommunen und Bürger die Energiepolitik durch ihr Verhalten maßgeblich beeinflussen. Wenn Gemeinden oder auch Landkreise ihre Energieversorgung wieder selbst in die Hand nähmen, gelinge nicht nur der Ausstieg schneller. Die Wertschöpfung in der Region werde vervielfacht.
Kemnath am Ostermontag
In Kemnath wurde bereits am Ostermontag demonstriert. Die Plakate und Transparente der rund 500 Teilnehmer verkündeten klare Botschaften: „Mal richtig abschalten!“ oder „Unsere Kinder sollen lachen, nicht strahlen!“ Gleichzeitig ging es um den Ausbau der regenerativen Energien. „Gerade wir auf dem flachen Land müssen die Chancen dafür nutzen“, sagte Josef Siller, BN-Kreisvorsitzender.
wah/mb/hol
Dies ist eine Nachricht aus unserem Archiv.
Es können daher keine neuen Kommentare verfasst werden.
| Uni-Studio besteht Test 24.05.2012 |
![]() |
Fichtelberg: Kristallbad zerstört, Brandursache gesucht 14.05.2012 zum Video |
![]() |
Nach dem Großbrand im Kristallbad Fichtelberg 13.05.2012 zum Video |
![]() |
Adieu Michael Hohl 25.04.2012 zum Video |
![]() |
Prominenz beim 4. Bayreuther Ökonomiekongress 10.05.2012 zum Video |
![]() |
BBL-Beirat und Uni-Prof: Herbert Woratschek im Porträt 27.04.2012 zum Video |