11.04.2011, 17:58 Uhr
WAISCHENFELD. Die bayerischen Imker sind gegen Gentechnik und fordern, dass das zum Jahresbeginn gestrichene Blühflächenprogramm wieder in Kraft tritt. Das machte Franz Wenig, Bezirksvorsitzender der bayerischen Imkervereinigung, bei der Hauptversammlung der oberfränkischen Imker deutlich.
Wenig sagte, dass Honigbienen 80 Prozent der Bestäubung leisten. Das sei jedoch nur durch den Einsatz der Imker gewährleistet, auch vor dem Hintergrund größer werdender Bienenverluste. Es gebe schon wieder Genehmigungsverfahren für genmanipulierte Ackerpflanzen wie Weizen und Zuckerrüben.
Sicherheitsabstand? "Lächerlich!"
In der EU sei auch die Gentechnik-Kartoffel Amflora zugelassen. Die Imker seien auf eine gentechnikfreie Landwirtschaft angewiesen, sagte Wenig. Als lächerlich bezeichnete er einen Sicherheitsabstand von 300 bis 500 Meter zu Gentechnikpflanzen vom Bienenstock aus. Werden Gentechnikpollen im Honig nachgewiesen, sei der nicht mehr verkehrsfähig und müsse auf Kosten der Imker entsorgt werden.
Wenig forderte die Staatsregierung auf, mit den Landwirten und Chemiekonzernen eine Vereinbarung abzuschließen, dass gentechnikbelasteter Honig von ihnen zu marktüblichen Preisen abgenommen wird.
„Chemielobby lässt grüßen“
Es sei interessant, dass staatliche Institute nicht auf Gentechnikbelastung im Honig untersuchten. Über die Gründe könne man nur Vermutungen anstellen, doch die Chemielobby lasse grüßen, sagte Wenig.
Foto: dpa
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