10.04.2011, 10:25 Uhr
Von Eric Waha
BAYREUTH. Bei Demonstrationen denkt man eher an halbwegs überbordende Menschenansammlungen, Transparente und Tumulte. Es geht meist um Dinge, die nahe oder zumindest naheliegend sind. Insofern war die Demonstration am Wochenende eher eine, die aus dem Rahmen gefallen ist: Vier Männer aus Oberbayern demonstrierten in Bayreuth gegen den geplanten Bau der dritten Startbahn am Münchner Flughafen.
Dieser Flughafen ist für die Bayreuther ungefähr so weit weg, wie wenn in China der berühmte Sack Reis umfällt. Umso verwunderter waren die Anwohner aus dem Hussengut, als gegen 9.45 Uhr am Samstag ein Polizeiauto in der Stolzingstraße parkte, um die Privatsphäre des Bayreuther CSU-Landtagsabgeordneten Walter Nadler vor den vier angekündigten Demonstranten zu schützen.
Ohne Navi unterwegs
Zusammen mit zwei Staatsschützern, dem Inspektionsleiter Thomas Schreiber und Werner Walter vom Ordnungsamt sollten die beiden Beamten die Aufgabe wahrnehmen – die sich schwieriger gestaltete als gedacht, denn: die Demonstranten vom Aktionsbündnis AufgeMUCkt – Keine dritte Startbahn fanden die Stolzingstraße nicht. „Die irren grad in Bindlach rum und wollten gerade in Richtung B2 fahren“, sagt Thomas Schreiber nach einem kurzen Telefongespräch um 10.20 Uhr mit Rainer Pilz, dem Sprecher der Vierergruppe. „Einen Fluglärmgenerator haben sie dabei, aber kein Navi“, sagt Schreiber mit einem Schmunzeln, während Bürger aus dem Hussengut fleißig ihre Gartenabfälle zur Sammelstelle transportieren und auf dem Weg auf ein Schwätzchen mit den Polizisten in der Sonne stehen bleiben.
"Iech demonstrier do fei net mit"
Einer der Anwohner, Nachbar Walter Nadlers, lacht gerade heraus: „Wecha wos demonstriern die do? Fluglärm? Wos denn für a Fluglärm? Ham denn die nix bessers zu do? Iech demonstrier do fei net mit, des ist mir zu deppert!“ Der Walter Nadler, sagt der Nachbar, sei eh nicht zu Hause, „der geht am Samstag früh immer zum Aldi“. Man kennt sich halt, man weiß, was die anderen für Gewohnheiten haben.
Nadler war tatsächlich nicht zu Hause, weil er bei der Eröffnung des Handwerkermarktes war. „Das Versammlungsrecht ist ja eigentlich polizeifrei“, sagt Thomas Schreiber beim Warten auf die Fluglärmdemonstranten. „Aber weil es sich um Abgeordnete handelt, sichern wir das eben ab.“ Auch am Nachmittag, als die vier Fluglärm-Gegner nach einem Info-Intermezzo auf dem Handwerkermarkt vor dem Haus von FDP-Fraktionschef Thomas Hacker in der Altstadt den Generator anwerfen, ist die Polizeigruppe mit vor Ort – Hacker allerdings ist zu dem Zeitpunkt auf dem Landesparteitag seiner Partei in Amberg. „Die haben sich nicht nach meinem Terminkalender gerichtet, deswegen konnte ich nicht da sein“, sagt er im Kurier-Gespräch.
Dies ist eine Nachricht aus unserem Archiv.
Es können daher keine neuen Kommentare verfasst werden.
| Uni-Studio besteht Test 24.05.2012 |
![]() |
Fichtelberg: Kristallbad zerstört, Brandursache gesucht 14.05.2012 zum Video |
![]() |
Nach dem Großbrand im Kristallbad Fichtelberg 13.05.2012 zum Video |
![]() |
Adieu Michael Hohl 25.04.2012 zum Video |
![]() |
Prominenz beim 4. Bayreuther Ökonomiekongress 10.05.2012 zum Video |
![]() |
BBL-Beirat und Uni-Prof: Herbert Woratschek im Porträt 27.04.2012 zum Video |
Nach dem Brand des Kristallbades in Fichtelberg wurden schnell Stimmen laut, dass ein neues Bad gebaut werden soll. FInden Sie, dass Fichtelberg ein Schwimmbad braucht?