09.04.2011, 17:15 Uhr
Von Dirk Feustel
NÜRNBERG. Das 182. Derby zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem FC Bayern München endete 1:1. Lange Zeit war es ein eher schwerfälliges Derby. Erst im Laufe der zweiten Hälfte wurde es zu einem rassigen Spiel.
Zumindest in den ersten 45 Minuten sahen die Fans beider Mannschaften im pickepacke vollen Easy-Credit-Stadion bei Kaiserwetter kein besonders emotionales Spiel. Das 182. Derby zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem FC Bayern München verlief erstaunlich ruhig. Und das, obwohl für beide Teams einiges auf dem Spiel stand und auch noch steht. Für die Münchner geht es um die dringend notwendige Qualifikation zur Champions League. Und auch der FCN hat ja eine reelle Chance auf eine Teilnahme am internationalen Geschäft. Platz fünf und damit die Quali für die Euro League ist lange nicht utopisch. Trotz alledem: unter einem rassigen Spiel versteht man etwas anders.
Bayern mit viel Ballbestitz
So kam es zu dem, was bei Spielen mit Münchner Beteiligung so etwas wie üblich ist: Viel, viel Ballbesitz für die Bayern und gleichzeitiges Abwarten und erst einmal auf Absicherung bedachtes Spiel beim Gegner und damit Nürnberg. Torchancen waren Mangelware. Dem FCN gelang es lediglich bei Standardsituationen halbwegs gefährlich zu sein. So landete ein Ekici-Freistoß aus 25 Metern am Außennetz (8. Minute) und Christian Eigler köpfte eine Ecke durch Mehmet Ekici drüber. Fast hätte der Club Bayerns Torhüter Thomas Kraft ein Tor zu verdanken gehabt. Denn der drosch nach einem langen Pass der Nürnberger über den Ball, nachdem er aus dem Strafraum eilte und zuvor Danijel Pranjic durch ließ. Das Spielgerät kullerte aber zum Glück für die Bayern neben das Tor. Alles andere als sicher wirkte Kraft in dieser Szene (39. Minute).
München mit der Führung - FCN mit dem Ausgleich
Und die Bayern? Sie hatten zwar stets ein optisches Übergewicht und wieder einmal enorm viel Ballbesitz. Doch zu Chancen kamen sie in der ersten Hälfte bis auf ein einziges Mal nicht. Dieses eine Mal jedoch brachte Erfolg. Mit anderen Worten ein Tor. Nach einem Ballgewinn der Bayern im Mittelfeld war es Bayerns Weltstar Arjen Robben, der Thomas Müller sah und per Steilpass bediente. Der wiederum netzte cool zur Bayern-Führung ein, die dann bis zur Halbzeit hielt und aufgrund der höheren Aktivität der Münchner auch verdient war.
Nach dem Wechsel wurde es dann temporeicher. Das lag vor allem am Club, der nun endlich die Bayern mehr unter Druck setzte. Zunächst kam dabei allerdings nichts Zählbares heraus.
Im Gegenteil: Die Bayern wären bei einem Konter über Robben und Mario Gomez fast zum 0:2 gekommen (60. Minute). Doch im direkten Gegenzug passierte den Bayern einmal mehr ein Schnitzer
der Extraklasse. Thomas Krafts Versuch, den Ball von außerhalb des Strafraums aus der Abwehr heraus auf die linke Seite zu einem Mitspieler zu heben, gelang viel zu kurz und der Ball
landete bei Christian Eigler. Der - einen Schritt früher zur Stelle als Philipp Lahm, zog direkt ab. Und zwar über den jetzt viel zu weit vor dem Tor stehenden Kraft und
so traf Eigler von der Seitenlinie aus etwa 30 Metern direkt ins Glück.
Spannende Schlussphase
Jetzt war es das Derby, auf dass zumindest alle Club-Fans warteten. Und es gab zudem endlich Torchancen. Nach einer Robben-Ecke köpfte Miroslav Klose gefährlich. Der Club rettete auf der Linie (68. Minute). Nach einer kurzen Ekici-Ecke vergab auf der anderen Seite Javier Pinola knapp mit einem strammen Schuss (70. Minute).
In der 73. Minute dann waren es wieder die Bayern: ein Flugkopfball von Marion Gomez nach Robben-Ecke ging aber daneben und in der 76. Minute prüfte der Niederländer Robben Nürnbergs Torhüter Raphael Schäfer. Man merkte beiden Teams an, dass sie gewinnen wollten. Vor allem die Bayern. Doch der lucky Punch gelang keinem der beiden Teams. Nürnbergs Jens Hegeler hatte in der 87. Minute noch einmal die Chance für die Franken, vergab sie aber. So blieb es beim 1:1. Für Nürnberg ein Punktgewinn, für die Bayern eine gefühlte Niederlage und zwei verlorene Punkte im Kampf um Platz drei.
Fotos: pa
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