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03.04.2011, 17:31 Uhr

 

Große klangliche Präsenz

Von Ekkehard Pluta

BAYREUTH. Die Konzerte des Jungen Tonkünstler-Orchesters, einer Formation der Jungen Musiker-Stiftung, die ihren Sitz in Bayreuth hat, haben seit einigen Jahren einen festen Platz im Musikleben der Stadt. Am vergangenen Freitag hinterließen die Musiker, überwiegend noch Studierende, mit einem Benefizkonzert in der Schlosskirche wieder einen nachhaltigen Eindruck. Auf dem Programm standen Werke von Samuel Barber, Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart.

 

Eindrucksvoll: Das Konzert des Jungen Tonkünstler-Orchesters ergriff die Zuhörer derart, dass sie nach dem letzten Ton erst ergriffen schwiegen, bevor sie enthusiastisch applaudierten.Foto: Andreas Harbach

Barbers „Adagio for strings“, dessen religiöser Klangcharakter von den Musikern unter Leitung Manfred Jungs behutsam herausgearbeitet wurde, war dabei eine geeignete Einstimmung in die Welten von Bach und Mozart.

Die folgende Kantate „Ich will den Kreuzstab gerne tragen“, BWV 56, erfuhr durch den Bassbariton Martin Berner eine mustergültige Interpretation. Der Sänger verfügt über eine kernige und geschmeidige Stimme, sicheren Geschmack in der Phrasierung und genaue Artikulation. Ein Höhepunkt seiner Gestaltung war der Zwiegesang mit der Solo-Oboe und dem begleitenden Cello („Endlich wird mein Joch“).

Homogener Gesamtklang

Die Aurelius-Sängerknaben Calw unter Leitung von Bernhard Kugler, die bei Bach im Schlusschoral zum Einsatz kamen, waren in Mozarts „Requiem“ d-Moll, KV 626, die eigentlichen Protagonisten: von großer klanglicher Präsenz, besonders durchschlagskräftig in den Sopranen, präzise und hochmusikalisch. Das Solistenquartett mit Nadine Lehner, Barbara Buffy, Karl Jerolitsch und Martin Berner fand bei sehr individuellen Stimmen zu einem homogenen Gesamtklang.

Trotz des Charakters einer Totenmesse überwiegt in diesem Requiem eine fröhliche Grundstimmung, die Gewissheit, in der Nähe des Paradieses zu sein. Die Musik hebt von der Erde ab. Das war in der Wiedergabe durch das Junge Tonkünstler-Orchester eindrucksvoll zu erleben.

Dirigent Manfred Jung machte die Architektur dieses Werkes hörbar, baute klangliche Höhepunkte organisch auf und erreichte eine dramatische Spannung, die nirgends in äußere Theatralik abglitt. Die Wirkung war entsprechend. Als der letzte Takt verklungen war, folgte langes ergriffenes Schweigen, ehe sich die ersten Hände zum Beifall regten.




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