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28.03.2011, 17:18 Uhr

 

1,4 Millionen Zuschuss für Koschyk

Von Peter Engelbrecht

GOLDKRONACH. Der CSU-Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk hat für die Sanierung seines Schlosses in Goldkronach 1,4 Millionen Euro öffentliche Zuschüsse aus Denkmalpflegemitteln erhalten.

 

Hartmut Koschyk. Foto: Gisder
Hartmut Koschyk. Foto: Gisder
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Hartmut Koschyk. Foto: Gisder
Schloss in Goldkronach. Foto: Lammel
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Das teilte er auf Anfrage mit. „Weitere darüber hinausgehende Fördermittel sind nicht möglich“, fügte Koschyk hinzu. Damit widersprach er Aussagen des früheren Bayreuther CSU-Bundestagsabgeordneten und heutigen Rechtsanwaltes Ortwin Lowack, der in einem Kurier-Leserbrief behauptet hatte, Koschyk habe für sein Schloss 3,5 Millionen Euro öffentliche Mittel bekommen, dem Vernehmen nach stünden weitere Zuschüsse an. „Von einem langjährigen Bundestagsabgeordneten und Juristen sollte man eigentlich Sachlichkeit und wahrheitsgemäße Informationen in der Öffentlichkeit erwarten dürfen“, reagierte Koschyk empört. Lowacks Behauptungen seien „falsch“.

Übliche Grundsätze

„Die Mittel hätte jeder andere auch bekommen. Ich habe keine Bevorzugung als Bundestagsabgeordneter erhalten“, sagte Koschyk. Es habe sich um übliche Grundsätze der Denkmalschutzförderung gehandelt. Die 1,4 Millionen Euro Zuschüsse seien 2003 bis 2010 geflossen und teilten sich so auf: 917.000 Euro Landesmittel, 428.000 Euro von der gemeinnützigen Oberfrankenstiftung in Bayreuth, 15.000 Euro vom Landkreis und 40.000 Euro von der Stadt Goldkronach für die Sanierung der Ringmauer.

Umfangreiches Kulturprogramm

Insgesamt hätten sich die Kosten für den Erwerb und die Generalsanierung auf knapp 2,4 Millionen Euro belaufen. Das 700 Jahre alte, vom Verfall bedrohte Schloss sei im Oktober 2003 von seiner Familie gekauft worden. Man habe sich entschlossen, das historisch bedeutsame, das Ortsbild prägende Gebäude samt Ringmauer und Barockgarten nach den Vorgaben des Denkmalschutzes umfassend zu sanieren.

Nach der Generalsanierung stünden die Räume im Erd- und Kellergeschoss sowie die Außenflächen im Barockgarten „für eine umfangreiche kulturelle Nutzung einem breiten Publikum zur Verfügung“. Das Alexander von Humboldt-Kulturforum Schloss Goldkronach, das auch durch Initiative der Familie Koschyk gegründet worden war, habe seit 2009 ein umfangreiches Kulturprogramm in den Räumlichkeiten durchgeführt. Daran hätten weit mehr als 2.000 Besucher teilgenommen. Auch die seit 2008 im Schloss stattfindenden „Goldkronacher Gespräche“ hätten wichtige Impulse für die Regionalentwicklung vermittelt.

Kritische Stimmen

Bürgermeister Günter Exner (Unabhängige Bürgerliste) zeigte sich „sehr dankbar dafür“, dass das vom Verfall bedrohte Schloss durch das Engagement Koschyks erhalten werden konnte. Das Gebäude solle zum Alexander-von-Humboldt-Informationszentrum ausgebaut werden, was auch Vorteile für die Stadt bringen werde. Zudem könne ein Keller im Schloss besichtigt werden, der die „Fränkische Linie“ eindrucksvoll darstelle, freute sich Exner.

In der 3.800-Einwohner-Kommune sind die Meinungen über die Aktivitäten offenbar geteilt. Kritiker sagen, hier würden Steuergelder hauptsächlich für private Zwecke vergeben, denn der Fremdenverkehr profitiere vom sanierten Schloss kaum. Sie sprechen von einem „schwarzen Schloss“ und spielen auf Koschyks Parteibuch an, das viele Amtstüren und Förderschatullen öffne. Sie nehmen ihm übel, dass er zur Sanierung auch teilweise Insassen der JVA in Bayreuth eingesetzt habe, die billiger arbeiten als reguläre Handwerker. Dieses Recht stehe jedem Bürger frei, hatte sich der CSU-Mann damals gerechtfertigt. Andere hingegen freuen sich, dass er das Schloss vor dem Verfall gerettet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht habe. „Viele sind stolz, dass er in Goldkronach im Schloss wohnt“, heißt es. 





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