11.03.2011
BAD STEBEN. Wer Bier mag, wird ein Bierbad lieben: Es riecht wie Bier, schäumt wie Bier und sieht aus wie Bier.
Hopfen und Malz für kosmetische Zwecke zu nutzen, ist nicht neu - jeder kennt den Rat, seine Haare mit Bier zu spülen, weil es sie stärker und glänzender machen soll. Bierbäder allerdings gibt es hierzulande erst wenige. Dabei haben sie im benachbarten Ausland wie Österreich und der Schweiz durchaus Tradition, das Original-Bierbad soll aus Tschechien stammen.
Gut fürs Image
"Ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für die Branche sind Bierbäder sicher nicht", erläutert Walter König, Pressesprecher des bayerischen Brauerbunds. Durch ihre
gesundheitsfördernde Wirkung helfen sie aber, das Image von Bier zu verbessern. "Die positive Assoziation wird gefördert", betont er.
"Bierbad im Bottich"
Das hat auch Bernhard Sitter, Bierbrauer und Inhaber des Hotels "Gut Riedelsbach" in Neureichenau im bayerischen Wald längst erkannt und als einer von bisher drei bekannten Anbietern in Bayern vor vier Jahren Bierbäder ins Programm genommen. Er lässt seine Gäste stilecht in einen großen Bottich steigen und ist vom Erfolg seiner Geschäftsidee völlig begeistert.
"Das ist eine richtig geile Geschichte", schwärmt er. Sie werde so "super gut" angenommen, dass er sich bald einen zweiten Bottich anschaffen wird. Für ein Bierbad schüttet Sitter
pro 600 Liter-Wanne zwei Liter Bier aus eigener Herstellung dazu. "Für mehr ist das Bier zu schade", findet er.
Bier als Badezusatz
Karl Meyer aus Nesselwang im Allgäu sieht das ähnlich: Der Diplom-Brauer und Wirt vom "Hotel Post" bietet seinen Gästen zwar schon seit 1998 Bierbäder an, allerdings weniger
professionell als Sitter. "Uns fehlten lange die räumlichen Möglichkeiten für ein richtiges Bierbad", erzählt er. Deshalb habe er bislang sein selber gebrautes, dunkles Bier
lediglich als Badezusatz verkauft. Künftig will Meyer aber mehr aus seiner Geschäftsidee machen. "Wir wollen uns eine große Bierbadewanne anschaffen", kündigt er an.
Biererlebnis von 450 Litern
Eine, wie sie in Bad Steben steht, vielleicht. Der runde Whirlpool fasst 450 Liter Wasser, das mit einer großen Menge Bierkonzentrat vermischt wird. "Wir nehmen pro Bad zehn Liter Konzentrat. Das dürfte etwa 100 Flaschen Bier entsprechen", rechnet Wellness-Chefin Faltenbacher vor.
Das Konzentrat - jenes Gemisch aus Hefe, Malz, Gerste und Hopfen, das sich beim Brauvorgang am Boden des Sudkessels absetzt - bekommt die Therme von der Brauerei "Bürgerbräu" aus dem
benachbarten Naila geliefert. Auf Abruf und daher immer frisch.
Intentsiver Biergeruch
Für Jörg Volland ist das erste Bierbad seines Lebens eine echte Entdeckung. "Das ist schon super", freut sich der 43-Jährige, während ihm die Wasserblasen um den Bauchnabel sprudeln. Lediglich an den intensiven Biergeruch müsse er sich gewöhnen, gibt er zu. Weil er als Brandschutztechniker jeden Tag körperlich hart arbeite, könne er sich aber regelmäßige Bierbäder zur Entspannung gut vorstellen. Doch was ist jetzt besser: Biertrinken oder Bierbaden? Volland muss nicht lange überlegen. "Beides gleich", sagt er. "Aber das Biertrinken heb' ich mir für später auf".
dapd/Symbolbild: pa
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