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01.03.2011, 16:38 Uhr

 

Interview mit Universitätspräsident Bormann

Von Elmar Schatz

BAYREUTH. Externe Experten will die Universität Bayreuth heranziehen, um die Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg zu bewerten, wie ihr Präsident, Professor Dr. Rüdiger Bormann, dem Kurier in einem Kurzinterview sagte.

 

Frage: Sehen Sie die Causa Guttenberg nach dem Rücktritt des Verteidigungsministers in ruhigerem Fahrwasser und Schaden von der Uni Bayreuth abgewendet?

Bormann: Ich sehe sie in etwas ruhigerem Fahrwasser. Ich hoffe, dass der öffentliche und auch der politische Druck nachlässt und dass wir uns stärker auf die Arbeit der Kommission Selbstkontrolle der Wissenschaft konzentrieren können, die aus meiner Sicht nach wie vor unabdingbar ist. Wir haben mit einer gewissen Freude gehört, dass Herr zu Guttenberg jetzt aktiv zur Aufklärung beitragen möchte.


Frage: Daneben geht es um eine strafrechtliche Untersuchung, die bei der Staatsanwaltschaft Hof liegt…

Bormann: Richtig, die strafrechtliche Angelegenheit liegt bei der Staatsanwaltschaft Hof.


Frage: Wie sieht das Prozedere bei der Uni Bayreuth nun aus?

Bormann: Im Internet gibt es eine große Zahl von Vorwürfen, an Plagiatvorwürfen, an Vorwürfen falscher oder unvollständiger Zitierungen – und daneben noch eine große Anzahl von Vorwürfen, die uns auf anderem Weg erreicht haben. Wir haben zudem durch eigene Software und eigene Untersuchung weitere Stellen gefunden, die wir gerne klären wollen. Wir bewerten, wie wichtig sind sie im Zusammenhang mit Guttenbergs Doktorarbeit, und auch: Wie weit sind sie eindeutig als Plagiat einzustufen. Das ist komplex, das dauert Zeit. Dazu brauchen wir auch die Unterstützung von Herrn zu Guttenberg. Es entspricht unseren Regeln, dass wir stets die Betroffenen dazu hören, schriftlich oder mündlich, das ist mit den Betroffenen abzustimmen. Wir werden dann – auch mit Hilfe von externen Experten – zu einer abschließenden Bewertung kommen, insbesondere auch mit Blick auf den sogenannten Täuschungsvorsatz.


Frage: Inwieweit ist der Doktorvater involviert?

Bormann: Der ist da nicht involviert.


Frage: Er ist an der Untersuchung nicht beteiligt?

Bormann: Nein. Das ist eine reine Bewertung der Doktorarbeit, wo es um wissenschaftliches Fehlverhalten geht. Daneben finden natürlich auch Gespräche mit dem Doktorvater statt. Aber er ist weder Teil der Kommission noch Mitglied oder Gast.


Frage: Sie sprechen von externen Experten, wer wird das sein?

Bormann: Das werden wir jetzt demnächst festlegen.


Frage: Damit eine unabhängige Bewertung möglich ist?

Bormann: Ja, das ist ganz wichtig in diesem Zusammenhang, dass wir die Entscheidung auf breite, kompetente Schultern stützen. In der Außendarstellung ist es ganz wichtig, ausgewiesene Experten zu beteiligen.

Foto: pa




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