06.02.2011, 17:34 Uhr
Von Alfred Thieret
LICHTENFELS. Die Mitglieder des Bezirksvorstandes der FDP haben sich am vergangenen Wochenende zu einer zweitägigen Klausur in der Frankenakademie auf Schloss Schney getroffen. Das Treffen stand im Zeichen des thematischen Schwerpunktes „Oberfranken Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort mit Zukunft“.
War die oberfränkische FDP-Spitze am ersten Tag unter sich, so hatte man am zweiten Tag mit der Geschäftsführerin der Metropolregion Nürnberg, Dr. Christa Standecker, dem Präsidenten der Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg, Professor Michael Pötzl, und Volker Schilling von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft Experten eingeladen.
In einer Pressekonferenz erläuterten der FDP-Bezirksvorsitzende und FDP-Landtagsabgeordneter Thomas Hacker (Bayreuth) und dessen Stellvertreter, Bundestagsabgeordneter Sebastian Körber (Forchheim), die Diskussionsthemen der Klausur. Nach dem Motto „Stärken ausbauen und Chancen nutzen“ müsse man mit Unterstützung der politischen Ebene alle Kraft darauf verwenden, ein zukunftsorientiertes Oberfranken zu schaffen, unterstrich Hacker, der auch FDP-Fraktionsvorsitzender im bayerischen Landtag ist. Als wichtig erachtete er eine bessere Vernetzung innerhalb der Metropolregion Nürnberg, um durch eine stärkere Außenwirkung zusätzliche Unternehmen und damit Arbeitsplätze in die Region zu bringen. Ein Schwerpunkt sollte darin liegen, den Forschungsstandort der Metropolregion nachhaltig auszubauen sowie die Kooperation der Unternehmen mit Wissenschaft und Forschung zu intensivieren. Hierzu wäre eine stärkere Zusammenarbeit der Universitäten und Hochschulen gleichsam als eine Technische Universität Nordbayern wünschenswert. Davon würden nicht nur die Unternehmen sowie die wissenschaftlichen Einrichtungen, sondern auch der Arbeitsmarkt und das Image der Region profitieren.
Sebastian Körber, baupolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, sah in der Zugehörigkeit von Oberfranken zur Metropolregion Nürnberg und die damit verbundenen besseren Darstellungsmöglichkeiten eine wichtige Voraussetzung für die Anlockung von heimischen und internationalen Investoren. Als unbedingt notwendig erachtete er den Ausbau der Infrastruktur sowohl im Hinblick auf eine Verbesserung der Standortfaktoren für Unternehmen als auch der Mobilität der Bevölkerung.
Der Straßen- und Schienenbereich müsste optimiert werden. Insbesondere nannte er den Ausbau der B 173 und der B 303 sowie im Schienenverkehr die Franken-Sachsenmagistrale Nürnberg-Dresden und die Elektrifizierung der Strecke Nürnberg-Prag mit Blick auf die Funktion Oberfrankens als Dreh- und Angelpunkt im Bezug auf Osteuropa.
Als zweiten Aspekt nannte er die demografische Entwicklung. Die hohe Abwanderungsquote in Ostoberfranken bringe große Probleme mit sich. Hier müsse man mit Stadtentwicklungskonzepten sowie Siedlungsschwerpunkten und Infrastrukturmaßnahmen für den ländlichen Raum und einer guten Nahversorgung auf vielen Gebieten wie etwa bei der medizinischen Versorgung gegensteuern.
Foto: Thieret/Grafik: red
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