20.01.2011, 15:10 Uhr
Von Gunter Becker
BAYREUTH. Eigentlich will sich Georg Hirsch nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen, sich mit seiner Kritik zurückhalten. Aber: Ja, sagt er: Der für die Leichtathletik nutzbare Bereich des Hans-Walter-Wild-Stadions befände sich in einem unmöglichen, heruntergekommenen Zustand.

Hirsch, Vorsitzender des Kreisverbandes Bayreuth-Kulmbach des Bayerischen Leichtathletikverbandes, kennt wie kein Zweiter die Verhältnisse und Zustände im Stadion, zumindest außerhalb des Tribünengebäudes. Eigentlich, sagt er, können weder Aschenbahn noch Weitsprunganlage sorgenfrei genutzt werden.
Miserable Laufbahn
Die Laufbahn befände sich in einem miserablen Zustand. Der Belag aus Ziegelmehl und Schlacke als Unterbau sei im Laufe der Jahre derart verdichtet, dass das Regenwasser nicht mehr abfließen könnte. Die Gefahr auszurutschen sei relativ groß, nicht zuletzt auch deswegen, weil an zahlreichen Stellen munter Gras wächst. Auch wenn das Laufen auf der Aschenbahn besser für die Gelenke sei, müsse der Belag endlich ausgetauscht werden gegen eine Tartanbahn.
Er würde gern, sagt Hirsch, Veranstaltungen nach Bayreuth holen, Bezirksmeisterschaften beispielsweise im Hans-Walter-Wild-Stadion austragen. Aber leider würden der Zustand und die Ausstattung verhindern, im Stadion Wettbewerbe auszutragen. Ohne Tartanbahn seien Laufwettbewerbe nicht machbar, da keine ansprechenden Zeiten zu erzielen wären.
Und Sperrwerfen dürfe nicht stattfinden, da der „heilige Rasen“ nicht betreten werden dürfe. Dabei, sagt Hirsch, würde das eine oder andere Loch, das die Sperrspitzen im Boden hinterlassen würden, gut für die Belüftung des Rasens sein, der durch die Stollen der Fußballer weitaus mehr beschädigt würde.
Leichtathletik ohne Lobby
Alles sei, inklusive der Gegentribüne, in einem „relativ ungepflegten Zustand“. Aber es gebe, von der Universität abgesehen, nun mal keine Alternative zum Hans-Walter-Wild-Stadion. Deshalb wolle er, sagt Hirsch, sich mit seiner Kritik zurückhalten. Aber eins muss er noch sagen: „In Bayreuth scheint man nicht viel für Leichtathletik übrig zu haben.“
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