15.12.2010, 22:37 Uhr
Von Elmar Schatz
BAYREUTH. Er spricht wie ein Bundespräsident und wäre es ja beinahe geworden: Dr. h. c. Joachim Gauck hat bei der 10. Weihnachtsvorlesung an der Universität die Herzen der Zuhörer im voll besetzten Audimax erobert.
Das lange Sehnen nach Freiheit mündet 1989 ins Glück der Wende. Gauck sagt: „Freiheit, wenn sie jung ist, heißt Befreiung.“ Und „Befreiung ist wie die Hochzeitsnacht früher, als vorher nix lief: rauschhaft und verführerisch“. Freiheit fühle sich später wie die normale Ehe an, „auch noch schön, nur ...“ So sei dann die Politik geworden. Einige hätten eigentlich immer nur Hochzeitsnacht genießen wollen, „doch plötzlich wurde es Arbeit“. Frei hätten alle sein wollen. Scheu zeigten nun jedoch viele, Verantwortung zu übernehmen und in den Kreis der Handelnden einzutreten. Gauck mahnt: „Wenn die Vernünftigen nicht hingehen, machen es die Bekloppten – die gehen nämlich hin.“
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