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10.12.2010, 13:42 Uhr

 

Mäzene: Bund und Land bei Festspielen in der Pflicht

BAYREUTH. Die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth will den Bund und Bayern stärker in die Pflicht nehmen. Die Mäzene könnten unmöglich alleine die zweistelligen Millionen-Beträge aufbringen, die eine dringend notwendige Sanierung des Festspielhauses und eine neue Probenbühne kosten würden.

 

Das sagte der Vorsitzende der Gesellschaft, Georg von Waldenfels, am Freitag in Bayreuth.

Die Einnahmen aus Spenden und Beiträgen in Höhe von gut drei Millionen Euro pro Jahr würden bereits jetzt nahezu komplett in den laufenden Betrieb, in neue Technik und in Modernisierungsmaßnahmen investiert, sagte von Waldenfels. Mit rund 5.150 Mitgliedern ist die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth einer der größten Mäzenaten- Vereine der Welt. Weitere 270 sind laut von Waldenfels bei den Mitte 2008 gegründeten "Jungen Freunden von Bayreuth" organisiert.

Neben dem Betriebskostenzuschuss von derzeit gut 700.000 Euro pro Jahr hätten die Mäzene seit zwei Jahrzehnten auch sämtliche technischen und baulichen Investitionen bei den Richard-Wagner- Festspielen finanziert. Das seien knapp 28 Millionen Euro.

Laut von Waldenfels sind an der Fassade des 1876 errichteten Festspielhauses neue größere Schäden aufgetaucht, die bis zum Wagner- Jubiläumsjahr 2013 beseitigt werden sollten. Der frühere bayerische Finanzminister warnte davor, die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth zu überfordern. Schließlich handle es sich bei den Richard- Wagner-Festspielen um eine Art Staatstheater. Bund und Land sind ebenso wie die Stadt Bayreuth und die Mäzenatengesellschaft mit jeweils 25 Prozent an der Festspiel GmbH beteiligt.

Nach der Kritik des Bayerischen Obersten Rechnungshofes soll die Kartenvergabe an die Gesellschaft von Bayreuth auf eine neue vertragliche Basis gestellt werden, erklärte von Waldenfels. Bislang erhielten die Förderer der Festspiele knapp ein Viertel der insgesamt annähernd 58.000 Karten. Für die Festspiele 2010 hatten knapp 3.900 Mitglieder Karten bestellt. Angesichts der unverändert hohen Nachfrage mussten knapp 900 Absagen erteilt werden.

Foto: Rüger



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