Donnerstag 24.05.2012, 17:13 Uhr
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07.12.2010, 16:35 Uhr

 

Elektrifizierung der Bahnstrecke Hof-Nürnberg steht vor dem Aus

HOF/NÜRNBERG. Die Elektrifizierung der Bahnstrecke Hof-Nürnberg (Franken-Sachsen-Magistrale) steht vor dem Aus. „Anders ist ein Schreiben des Konzernbevollmächtigten Klaus-Dieter Josel nicht zu interpretieren.

 

Die Deutsche Bahn macht darin deutlich, dass sie alle Anstrengungen unternehmen wird, die Elektrifizierung der Nord-Süd-Strecke von Hof nach Regensburg zu realisieren. Damit ist die Elektrifizierung über Bayreuth und Pegnitz nach Nürnberg faktisch beerdigt“, erklärt die Bayreuther Bundestagsabgeordnete Anette Kramme (SPD).

Aus Sicht der Bahn sei in Oberfranken die Elektrifizierung von Hof nach Regensburg verkehrlich bedeutender als die Strecke Hof-Nürnberg. „Was das bedeutet, kann sich jeder denken. Zwar steht Hof-Nürnberg noch im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans, doch der neue Verkehrswegeplan soll 2015 erstellt werden. Es ist absolut denkbar, dass der Freistaat Bayern Hof-Nürnberg zugunsten der Regensburger Streckenführung opfert. Eine Tendenz dazu haben Vertreter der Freistaats bereits mehrfach erkennen lassen“, so Kramme weiter.

Nach Auskunft der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der SPD-Bundestagsfraktion gibt es derzeit auch keinerlei Verhandlungen zwischen Bahn und dem Freistaat bezüglich der Elektrifizierungen. „Mir scheint, dass der aktuell gültige Verkehrswegeplan ausgesessen wird, um die Strecke Hof-Nürnberg letztlich ausbooten zu können. Jetzt ist die Zeit für alle politischen Entscheidungsträger gekommen, Farbe zu bekennen. Schöne Worte allein nützen nichts mehr. Ich werde mich an Ministerpräsident Horst Seehofer wenden. Er soll sich klar dazu bekennen, was er bevorzugt. Dann wissen wir wenigstens frühzeitig, woran wir sind“, so Anette Kramme.

Zwar berufe sich die Bundesregierung bei Finanzierungsvoraussetzungen immer wieder auf den Vordringlichen Bedarf von Hof-Nürnberg, Anette Kramme sieht darin aber nicht mehr als Lippenbekenntnisse und Hinhaltetaktiken. „Der Seehafenhinterlandverkehr beim Gütertransport ist für die Bahn interessanter als der Personenverkehr. Das ist traurig, aber Realität. Die Menschen bleiben dabei wie so oft auf der Strecke“.

Foto: dpa



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