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25.11.2010, 17:23 Uhr

 

Massenentlassung bei Concord

STADTSTEINACH. Fast die Hälfte der Belegschaft des Stadtsteinacher Kindersitz-Herstellers hat die Kündigung enthalten.

 

Helle Aufregung herrscht seit Donnerstag in Stadtsteinach: Der Kindersitzhersteller Concord hat fast die Hälfte seiner 75 Beschäftigten entlassen. In einer auf englisch verfassten Pressemitteilung schreibt das Unternehmen von Vorbereitungen auf die kommenden Jahre und dem Eintritt in neue Märkte. Die „Restrukturierung“ solle die Marktposition und die Marke Concord sichern und so viele Mitarbeiter wie möglich am Hauptstandort des Unternehmens halten. Zahlen nennt Concord erst auf Nachfrage. Henrik Liedberg bestätigte gegenüber dem Kurier, es hätten 32 Mitarbeiter ihre Kündigungen erhalten. Die ersten Menschen werden bereits in einem Monat keine Arbeit mehr haben, die meisten haben Kündigungsfristen von drei Monaten, einige sechs Monate. Grund für die Entlassungen, die in dem spanischen Janè-Konzern „Umstrukturierungen“ genannt werden, sei hauptsächlich die Tatsache, dass die Muttergesellschaft eine Zentralisierung bestimmter Bereiche wolle, so Firmensprecher Liedberg.

"Eiskalte Abwicklung eines Geschäfts"

Am Mittwoch, berichtet Stadtsteinachs Bürgermeister Roland Wolfrum, sei der Geschäftsführer des spanischen Konzerns nach Stadtsteinach gekommen. Die gesamte Belegschaft habe daran geglaubt, der Konzernherr komme, um seinen Beschäftigten zu den tollen Erfolgen zu gratulieren: Immerhin habe Concord in den vergangenen Wochen gleich etliche Auszeichnungen für seine Kindersitze erhalten. Was stattdessen gekommen sei, habe wirklich niemand erwartet. „In einer völlig überraschenden Art und Weise haben die unserer Stadt 32 Arbeitsplätze weggenommen“, ärgert sich Wolfrum. Für ihn ist klar, wie die Zukunft von Concord aussehen wird: „Die komplette Produktion wurde entlassen und auch die komplette Buchhaltung, Logistik und die Näherei. Sogar über die Auslagerung der Design-Abteilung wird nachgedacht. Was will man denn da noch in Stadtsteinach machen, das ist doch kein Gesundschrumpfen, sondern eine eiskalte Abwicklung eines Geschäfts!“ So werde die Stadtsteinacher Traditionsmarke getötet.  

mb/Foto: Wulf

 




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