Donnerstag 24.05.2012, 17:02 Uhr
E-Mail: Passwort:



25.11.2010, 15:09 Uhr

 

Haftbefehl für in Bayern lebenden NS-Verbrecher

DEN HAAG. Nach vergeblichen Bemühungen um Auslieferung des verurteilten holländischen NS-Verbrechers Klaas Carel Faber durch Deutschland haben die Niederlande nun einen Europäischen Haftbefehl ausgestellt. Damit werde die feste Absicht unterstrichen, den unbehelligt in Ingolstadt lebenden 88-Jährigen doch noch für seine Verbrechen in den Niederlanden zu bestrafen, erklärte am Donnerstag ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

 

Der 1922 in Haarlem geborene Faber, der nach niederländischen Angaben mindestens 22 Juden sowie Widerstandskämpfer ermordet haben soll, wird quasi immer noch durch einen "Führer-Erlass" geschützt: 1943 hatte Adolf Hitler entschieden, dass alle niederländischen Freiwilligen der Waffen-SS automatisch deutsche Staatsbürger sind. Daher galt seine Auslieferung nach deutschem Recht bislang als kaum möglich.

Auch um auf diesen Missstand hinzuweisen, hatte das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Jerusalem Faber vor einiger Zeit in seine Liste der meistgesuchten NS-Verbrecher aufgenommen. "Wir rufen die deutschen Behörden auf, Faber sofort festzunehmen, damit er noch seine wohlverdiente Strafe bekommt", erklärte der Leiter des Zentrums, Efraim Zuroff, am Donnerstag. "Die Tatsache, dass dieser Mörder so vieler unschuldiger Menschen so viele Jahrzehnte durch Deutschland geschützt wurde, ist ein Unding und sendet eine Botschaft aus, dass selbst jemand davonkommen kann, der wegen mehrfacher Morde verurteilt wurde."

Zuletzt scheiterte im Jahr 2004 ein Antrag Den Haags auf Auslieferung Fabers. Die Rechtmäßigkeit dieser Entscheidung wird aber auch von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) angezweifelt. Sie forderte daher die zuständige Justiz in Bayern zur Wiederaufnahme der Strafverfolgung Fabers auf. Unabhängig von der Weigerung ihn auszuliefern, war Faber in Deutschland nie verurteilt worden, weil Richter die Beweise für nicht ausreichend ansahen.

Faber flieht aus Gefängnis in Breda

In den Niederlanden war Faber - ebenso wie sein Bruder Piet - für die Ermordung von zahlreichen Gefangenen im Transitlager Westerbork 1944 zum Tode verurteilt worden. Über das Lager wurden zehntausende niederländische Juden in deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Die Brüder sollen auch mehrere Angehörige des niederländischen Widerstands gegen die Nazi-Besatzung ermordet haben. Während Fabers Bruder tatsächlich hingerichtet wurde, wandelte ein Gericht dessen Todesstrafe 1948 in lebenslange Haft um. 1952 konnte Faber jedoch aus einem Gefängnis in der Stadt Breda fliehen. Mit Hilfe ehemaliger Kumpanen und eines deutschen Polizisten gelangte er in die Bundesrepublik.

Die Ausstellung eines Europäischen Haftbefehls (EUHB) durch die Niederlande erfolgte jetzt im Einklang mit den Bemühungen der Bundesjustizministerin, Faber hinter Gitter zu bringen. Leutheusser- Schnarrenberger hatte im September empfohlen, dass die Niederlande ein sogenanntes Vollstreckungs-Übernahme-Ersuchen stellen, mit dem Faber seine in den Niederlanden verhängte Strafe in Deutschland absitzen könnte. Dazu kam es jedoch bislang nicht. Daher strebt die niederländische Justiz nun per EU-Haftbefehl Fabers Festnahme und Auslieferung an.

dpa/Symbolbild: dpa



Artikel posten

Bookmark bei: Mr. Wong Bookmark bei: Linkarena Bookmark bei: Webnews Bookmark bei: Icio Bookmark bei: Oneview Bookmark bei: Favoriten Bookmark bei: Favit Bookmark bei: Linksilo Bookmark bei: Readster Bookmark bei: Folkd Bookmark bei: Reddit Bookmark bei: StumbleUpon Bookmark bei: diigo Bookmark bei: Technorati Bookmark bei: Digg Bookmark bei: Yigg Bookmark bei: Del.icio.us Bookmark bei: Shortnews Bookmark bei: Google Bookmark bei: Facebook mit Twitter versenden




Kommentare

Dies ist eine Nachricht aus unserem Archiv.
Es können daher keine neuen Kommentare verfasst werden.


mehr zum Thema
zurück   weiter


KURIER-NEWSTICKER
KURIER-TV
SONDERTHEMEN

Ankommen in Bayreuth

Kurioses

Aus der Schatz-Truhe

Kurier-Eurotrainer

Leser fragen Forscher

BT24 - Die Region von A-Z
null
null
null
BAYERISCHER RUNDFUNK
Rundschau News
BayernwetterVerkehr in Bayern

 




MONEYSPECIAL
Facebook - Twitter - Mobil
DIGITALE BEILAGEN
Modernisieren 2011 Maisels FunRun Kinder-Kurier 05 Biergartenpass 2012 Ku-Leserreisen FZ Baumagazin 2012 Kurier Card BRK Jahrbuch 2010 Bauen und Wohnen Kurier-Baumesse Tschakka-Bay Kurier Card Ratgeber Gesundheit FZ Baumagazin 211 Wonneproppen 2011 Kurier Shop 2011 Weihnachtliches BT Wirtschaft 10 2011 Weihnachtliches BT Ausbildungsmesse in Bayreuth 6.City-Autosalon Pegnitz Ratgeber Gesundheit Service-König 2011 Heimat-Kurier Heimat-Kurier Kurier Shop Bauen u.Wohnen 2011 BBC-Magazin Umwelt u. Energie
Moderni- sieren 05-2012
Maisels FunRun 2012
Kinder-Ku 05-2012
Biergarten- pass 2012
Ku-Leser- reisen 04-2012
FZ Bau- magazin 2012
Ku-Card 03-2012
BRK Jahr- buch 2011
Bauen u. Wohnen 02-2012
Kurier-Baumesse 02-2012
Tschakka- Bay
Genießer- pass 2012
Ratgeber Gesundh. 2012
Faszina- tion 3D 2011
Wonne- proppen 2011
Kurier Shop 2011
Weihnachtl. Bayreuth 2011
Wirtschaft 10-2011
Ortsport. Bindlach 2011
Ausbildungsmesse in Bayreuth
Autosalon Pegnitz 2011
Top-Arbeit- geber
Service- König 2011
VG Mistelbach 05-2011
Heimat-Ku 02-2011
Kurier Shop
Baumesse 2011
BBC- Magazin 2010
Umwelt u. Energie
UMFRAGE

Nach dem Brand des Kristallbades in Fichtelberg wurden schnell Stimmen laut, dass ein neues Bad gebaut werden soll. FInden Sie, dass Fichtelberg ein Schwimmbad braucht?

Klar. So ein Bad gehört einfach in eine Tourismusgegend wie das Fichtelgebirge!
Quatsch. So ein Bad macht nur Minus. Das braucht kein Mensch!
Mir ist es vollkommen egal, was in Fichtelberg passiert!
Info
Medienführerschein
1
KINO-NEWS

WEITERE ONLINEPORTALE

zum Seitenanfang
www.bayreuth.de | www.festspiele.de | www.bt24.de