Allen 260 000 Mitarbeitern weltweit werden insgesamt 90 Fragen
vorgelegt, die sie bis zum 14. November 2010 beantworten können (wir berichteten). Erstmals sollen die Bediensteten bei 50 Fragen Auskünfte über ihre psychomentale
Belastungssituation geben.
Unserer Zeitung liegt der interne Fragebogen vor, der abgestuft beantwortet werden kann. Wir zitieren aus der Umfrage: „Meine Arbeit regt mich so auf, dass ich gar nicht mehr zur Ruhe
komme“; „Es fällt mir schwer, nach der Arbeit abzuschalten“; „In den letzten zwei Wochen war ich froh und guter Laune“; „In den letzten zwei Wochen habe ich
mich beim Aufwachen frisch und ausgeruht gefühlt“.
Weitere Fragen: „Wie oft haben Sie Kopfschmerzen?“; „Wie oft haben Sie Rückenschmerzen?“; „Wie oft fühlen Sie sich den Tag über müde und
erschlagen?“
Telekom-Pressesprecher Christian Schwolow begründete in Bonn die doch sehr persönlichen Fragen damit, dass man Auskunft über die psychische Belastung der Beschäftigten am
Arbeitsplatz erhalten wolle. Die Fragebögen sollen von den Mitarbeitern elektronisch am Dienstcomputer ausgefüllt werden und bis Anfang 2011 ausgewertet sein. „Die Antwort wird
streng anonymisiert“, versicherte er, die Umfrage sei mit dem Konzernbetriebsrat abgestimmt. Über die psychische Belastung der Telekom-Bediensten liegen laut Schwolow keine Daten vor,
allerdings beklagen Beschäftigte und Gewerkschaften aufgrund der zahlreichen Umstrukturierungen im Konzern in der Vergangenheit immer wieder einen hohen psychischen Druck.
Dies bestätigte auch die Leitende Ärztin der Deutschen Telekom AG, Dr. Anne-Katrin Krempien in einem Interview, das im konzerninternen Intranet an alle Beschäftigten versendet wurde
und das unserer Zeitung vorliegt. Krempien sagte am 18. Oktober 2010 zur Mitarbeiterbefragung folgendes: „Die Gesundheit der Mitarbeiter ist ein wichtiger Faktor für die Unternehmen. Wir
haben erkannt, dass in den letzten Jahren psychische Erkrankungen deutlich zugenommen haben. Anteil daran hat auch die Arbeitssituation ... Die Befragung soll uns helfen, Risiken rechtzeitig zu
erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten.“ Krempien räumte auch ein, dass die unzähligen Umorganisationen und Standortverlagerungen bei Gesundheitsrisiken eine Rolle spielen.
„Wir müssen die betroffenen Mitarbeiter adäquat auf Veränderungen vorbereiten und sie dabei unterstützen, die Veränderungen zu bewältigen“, sagte Krempien.
Die Mitarbeiterbefragung solle aufzeigen, „wo es Handlungsbedarf gibt und interveniert werden muss“. Krempien wollte auf Nachfrage keine Stellungnahme zu dem Thema abgeben.
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