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08.11.2010, 11:56 Uhr

 

Freiwillige Umfrage: Telekom stellt ihren Mitarbeitern sehr persönliche Gesundheitsfragen

Von Peter Engelbrecht

BONN/BAYREUTH. „Ich fühle mich emotional leer in meiner Arbeit“ oder „Ich fühle mich durch meine Arbeit ausgebrannt.“ Diese und andere sehr persönliche Gesundheitsfragen sollen die Beschäftigten der Deutschen Telekom AG in einer internen Mitarbeiterbefragung freiwillig beantworten.

 

Fotomontage: Frankenberger
Allen 260 000 Mitarbeitern weltweit werden insgesamt 90 Fragen vorgelegt, die sie bis zum 14. November 2010 beantworten können (wir berichteten). Erstmals sollen die Bediensteten bei 50 Fragen Auskünfte über ihre psychomentale Belastungssituation geben.

Unserer Zeitung liegt der interne Fragebogen vor, der abgestuft beantwortet werden kann. Wir zitieren aus der Umfrage: „Meine Arbeit regt mich so auf, dass ich gar nicht mehr zur Ruhe komme“; „Es fällt mir schwer, nach der Arbeit abzuschalten“; „In den letzten zwei Wochen war ich froh und guter Laune“; „In den letzten zwei Wochen habe ich mich beim Aufwachen frisch und ausgeruht gefühlt“.

Weitere Fragen: „Wie oft haben Sie Kopfschmerzen?“; „Wie oft haben Sie Rückenschmerzen?“; „Wie oft fühlen Sie sich den Tag über müde und erschlagen?“

Telekom-Pressesprecher Christian Schwolow begründete in Bonn die doch sehr persönlichen Fragen damit, dass man Auskunft über die psychische Belastung der Beschäftigten am Arbeitsplatz erhalten wolle. Die Fragebögen sollen von den Mitarbeitern elektronisch am Dienstcomputer ausgefüllt werden und bis Anfang 2011 ausgewertet sein. „Die Antwort wird streng anonymisiert“, versicherte er, die Umfrage sei mit dem Konzernbetriebsrat abgestimmt. Über die psychische Belastung der Telekom-Bediensten liegen laut Schwolow keine Daten vor, allerdings beklagen Beschäftigte und Gewerkschaften aufgrund der zahlreichen Umstrukturierungen im Konzern in der Vergangenheit immer wieder einen hohen psychischen Druck.

Dies bestätigte auch die Leitende Ärztin der Deutschen Telekom AG, Dr. Anne-Katrin Krempien in einem Interview, das im konzerninternen Intranet an alle Beschäftigten versendet wurde und das unserer Zeitung vorliegt. Krempien sagte am 18. Oktober 2010 zur Mitarbeiterbefragung folgendes: „Die Gesundheit der Mitarbeiter ist ein wichtiger Faktor für die Unternehmen. Wir haben erkannt, dass in den letzten Jahren psychische Erkrankungen deutlich zugenommen haben. Anteil daran hat auch die Arbeitssituation ... Die Befragung soll uns helfen, Risiken rechtzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten.“ Krempien räumte auch ein, dass die unzähligen Umorganisationen und Standortverlagerungen bei Gesundheitsrisiken eine Rolle spielen. „Wir müssen die betroffenen Mitarbeiter adäquat auf Veränderungen vorbereiten und sie dabei unterstützen, die Veränderungen zu bewältigen“, sagte Krempien. Die Mitarbeiterbefragung solle aufzeigen, „wo es Handlungsbedarf gibt und interveniert werden muss“. Krempien wollte auf Nachfrage keine Stellungnahme zu dem Thema abgeben.

Mehr zum Thema:

Telekom befragt Mitarbeiter - auch in Bayreuth




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