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13.10.2010, 11:00 Uhr

 

Hauptschule bietet Chancen für Lehrer und Schüler

Von Ute Eschenbacher

MüNCHEN/BAYREUTH. In den Hauptschulen werden bald Lehrer fehlen. Dennoch: Der Beruf Hauptschullehrer sei keineswegs unattraktiv, betont der Pressesprecher des Kultusministeriums, Dr. Ludwig Unger.

 

Dass die Zahl der Studenten zurückgehe, die den Abschluss Hauptschullehramt anstreben, habe andere Ursachen, erläutert Unger auf Anfrage. Da die Schülerzahlen in den kommenden Jahren sinken, würden die Berufschancen für Hauptschullehrer möglicherweise falsch eingeschätzt. Aber durch mehr individuelle Förderangebote aufgrund der Mittelschulinitiative und die gebundene Ganztagsschule sei der Bedarf an pädagogischer Betreuung eher gestiegen.

Keine Berliner Verhältnisse

„Natürlich hat das Image der Hauptschule gelitten“, räumt Unger ein. Jedoch seien die Verhältnisse etwa in Berlin ganz andere als in Bayern. „Das bildet nicht die bayerische Realität ab. In Bayern ist die Hauptschule keine Restschule.“ Sie sei vielmehr eine Schule, die besondere Anforderungen stelle und stärker auf eine berufliche Ausbildung vorbereite. „Aber es lohnt sich, diesen Jugendlichen die Tür aufzustoßen.“

Obwohl viele Eltern ihre Kinder auf weiterführende Schulen wie Gymnasien und Realschulen schicken, besuchen immer noch 30 Prozent eines Jahrganges in Bayern die Hauptschule.

Das negative Bild der Hauptschule werde „von außen geprägt“, entspreche aber nicht der pädagogischen Praxis. „Nirgends ist die Klassenstärke so niedrig und die Betreuungsrelation so gut“, betont Unger. Im Durchschnitt besuchten 20,2 Schüler eine Hauptschulklasse. Somit seien die Fördermöglichkeiten beachtlich. In Klassen mit einem hohen Anteil an Kindern aus Zuwandererfamilien sei die Schülerhöchstzahl von vorn herein beschränkt. Zusätzliche Sprachförderangebote sollen die Integration erleichtern.

Bis Notenschnitt 3,5 übernommen

Nicht nur der Bedarf an Hauptschullehrern ist vorhanden und die Verdienstchancen haben sich deutlich erhöht – bis auf das Niveau eines Realschullehrers –, auch die Einstellungschancen sind gut. „Im Jahr 2009 wurden alle bis zu einem Notendurchschnitt von 3,5 übernommen“, sagt Unger. Damals hielten sich Bedarf und Nachfrage noch die Waage. Was im Jahr 2015 laut der aktuellen Prognose nicht mehr der Fall sein dürfte.

Foto: dpa




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