05.10.2010, 17:32 Uhr
WIEN/ESSENBACH. Bei einem Expertentreffen am 19. Oktober in Bonn muss Deutschland seinem Nachbarn Österreich zur Laufzeitverlängerung Rede und Antwort stehen.
Er habe direkt nach der Koalitionseinigung von seinem Kollegen Norbert Röttgen entsprechende Informationen gefordert, sagte der österreichische Umweltminister Nikolaus Berlakovich von der konservativen ÖVP der dpa. Röttgen habe dafür Verständnis, nun stehe ein Termin fest. Bei dem Treffen in Bonn sollen sich Experten beider Ministerien über mögliche Sicherheitsaspekte und Folgen der Laufzeitverlängerung der 17 deutschen Meiler für Österreich beraten. Österreich hat keine Atomkraftwerke und hat den Entschluss der Bundesregierung in Berlin mehrfach scharf kritisiert. Besonders der grenznahe bayerische Meiler Isar I macht dem Alpenland Sorgen. In einem Regierungsbeschluss forderte Österreich vor einigen Tagen die Abschaltung des Kraftwerks, falls der alte Reaktor nicht sicherer gemacht werde.
Auch mit seinen Nachbarn Tschechien und der Slowakei debattiert Österreich über Atomkraft. Zum Ausbau des slowakischen Kraftwerks Mochovce setzte Berlakovich eine öffentliche Anhörung in Wien durch. Das könne er sich unter Umständen auch für Isar I vorstellen: "In Isar I wird ja nichts gebaut. Aber es geht um Sicherheit. Und alle Schritte, die Deutschland unternimmt, um der österreichischen Bevölkerung Ängste zu nehmen, begrüße ich: Öffentliche Anhörung, Diskussionen oder einfach des Bemühen Deutschlands, uns Sicherheit zu geben."
dpa/Foto: dpa
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