28.09.2010, 15:40 Uhr
Von Elmar Schatz
BAYREUTH/MüNCHEN. Gibt es keine Wehrpflichtigen mehr, merkt die Gesellschaft wenig davon, fehlen in Zukunft aber die Zivildienstleistenden, hat das direkt spürbare Folgen, sagt BRK-Präsidentin Christa Prinzessin von Thurn und Taxis im Kurier-Interview.
Prinzessin von Thurn und Taxis mahnt: „Man kann einen Zivildienst, der 50 Jahre lang Planungssicherheit gegeben hat, nicht von heute auf morgen abschaffen und eingefahrene Strukturen verändern. Das geht einfach nicht. Da braucht man Zeit, um andere Lösungen zu finden.“ Sie spricht sich für einen neuen freiwilligen und bezahlten Zivildienst aus.
Großer gesellschaftlicher Gewinn
Die Zivildienstleistenden seien ein großer Gewinn für unsere Gesellschaft – für die Menschen, die Hilfe brauchen.
Die Politik überlege gerade, wie man den Zivildienst durch andere Möglichkeiten gestalten kann. Es sei klar: Wenn der Pflichtdienst beim Militär abgeschafft wird, entfällt analog die Zivildienstpflicht.
Wenn es den Wehrpflichtigen nicht mehr gibt – das tue nicht so weh. „Wenn Sie aber 90.000 Zivildienstleistende von heute auf morgen wegnehmen, hat das einen unmittelbaren Effekt auf die Gesellschaft, weil dann bestimmte zusätzliche Leistungen einfach wegfallen, die von den Kostenträgern nicht bezahlt werden. Das hat eine ganz andere Wirkung“.
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