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03.09.2010, 15:32 Uhr

 

Die Altstadt-Auktion und die fliegenden Geldgeber

Von Felix Reichstein und Dirk Feustel

BAYREUTH. Das Logo eines Luft-Ambulanz-Unternehmens aus Nürnberg wird für vier Spiele die Trikotbrust der Spielvereinigung Bayreuth schmücken. Bei der ungewöhnlichen eBay-Auktion bekam das Gebot Nummer 26 den Zuschlag – für 7.950 Euro. Nun werden auch die Verbindungen nach Bayreuth bekannt.

 

Ein Jet der IFA-Luftrettung in Nürnberg. Foto: red
Ein Jet der IFA-Luftrettung in Nürnberg. Foto: red
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Ein Jet der IFA-Luftrettung in Nürnberg. Foto: red
Das Unternehmen ziert für vier Spieltage das Dress der Altstadt. Foto: red
Die IFA bekam den Zuschlag - für 7950 Euro. Foto: red
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Vier Nutzer kämpften bis Donnerstagnachmittag auf eBay um die Brust der Altstadt. Um 12:40 Uhr gab ein zu diesem Zeitpunkt unbekannter Bieter das letzte Gebot ab. Um 14:06 Uhr und fünf Sekunden bekam er dann den Zuschlag. Am Freitag wurde bekannt, wer sich hinter dem eBay-Mitglied verbirgt: die Internationale-Flug-Ambulanz (IFA) mit Sitz in Röttenbach bei Nürnberg. Der Verein holt mit seinen 15 Mitarbeitern und modernen Ambulanz-Jets verunfallte und erkrankte Mitglieder von jedem Ort der Erde heim. Und das seit über 30 Jahren.

Bei einem Blick in das Impressum des Luftretters offenbart sich die Verbindung nach Bayreuth. Im Vorstand sitzt neben dem Präsidenten und Geschäftsführer Jürgen Schlögel Dr. Wolfgang Gruber – zugleich Vorstandschef der Spielvereinigung. Nanu. Hat Gruber da etwa die Werbefläche des eigenen Vereins ersteigert? „Nein“, antwortet SpVgg-Aufsichtsratmitglied Prof. Dr. Walter Wagner auf Kurier-Nachfrage. Der Sportmediziner, der selbst schon einige  Rettungsflüge der IFA begleitet hat, ergänzt: „Die Doppelfunktion hat da keine Rolle gespielt.“ Wagner wisse zudem, dass die Angelegenheit im IFA-Vorstand abgesprochen wurde. Und Gruber habe sich da bewusst zurückgehalten, so der bekannte Boxring-Arzt.

Und Gruber selbst? Klar hat er, wie seine Vorstandskollegen bei der Spielvereinigung auch, die Versteigerung in seinem persönlichen und beruflichem Umfeld publik gemacht. Das Projekt auch bei der IFA präsentiert. In die Entscheidung des Luftretters sei er aber - trotz seines Sitzes im Vorstand - nicht involviert gewesen. Gruber sagt: "Die Entscheidung ist von der Geschäftsführung alleine getroffen worden. Dazu war gemäß der IFA-Statuten auch kein Vorstandsbeschluss nötig. Im übrigen übe ich selbst bei der IFA nur eine ehrenamtliche Tätigkeit aus, bin am operativen Geschäft nicht beteiligt."

Werbung im Umfeld

Der Vorsitzende der Spielvereinigung ist ganz offen: "Ist doch klar, dass wir bei der Überlegung 'wer könnte sich für ein solches Werbeengagement interessieren' auch an unser eigenes Umfeld wenden." Die IFA habe da übrigens ganz nüchtern entschieden und sich die Kosten-Nutzen-Frage gestellt: "Die IFA möchte natürlich auch bekannt werden." Das scheint plausibel, denn sie ist ja auch auf neue Mitglieder angewiesen ist, aus deren Beiträgen sie sich finanziert. Denn bei den Rückholtransporten mit Ambulanz-Jets, erfahrenen Piloten, Ärzten, Rettungsassistenten und Krankenschwestern würden hohe Kosten entstehen. Diese trage die IFA vollständig selbst - für ihre Mitglieder, wie das Unternehmen auf der Internetseite angibt.

Der erste Impuls, um bei dieser ungewöhnlichen Auktion mitzubieten, sei aber nicht von Wolfgang Gruber sondern vielmehr von dem Bayreuther Luftfahrtunternehmer Dr. Oliver Junk ausgegangen. „Fair-Air und die IFA arbeiten nun schon über drei Jahre erfolgreich zusammen. Und jetzt werden wir unsere Geschäftsbeziehung ausbauen. Denn in Kürze wollen wir ein Ambulanzflugzeug in Bayreuth stationieren“, sagt Junk zum Kurier. Und so sei ihm dann der Gedanke gekommen: „Mensch, vielleicht kann sich die IFA in Bayreuth engagieren – als zahlungskräftiger Sponsor.“

Daher habe der CSU-Stadtrat den Kontakt zwischen den Schwarz-Gelben und den Luft-Rettern hergestellt „um ein positives Zeichen in Richtung Bayreuth zu setzen“. Denn im Stadtrat könne man nach Junks Worten viel über die Unterstützung der Spielvereinigung reden. Aber: „Dreh- und Angelpunkt ist das Geld. Und deshalb habe ich mich stark gemacht für eine Partnerschaft der IFA mit der Altstadt. Das hat nun geklappt und da bin ich sehr dankbar.“

Vielleicht, so Junk, ergebe sich ja aus dem kurzen Werbegastspiel ein langfristiges Engagement. Frühestens im Heimspiel gegen den TSV Aindling am 18. September werden die Altstädter nicht mehr mit „nackter“ Brust antreten. Nach Angaben des Bayernligisten soll die ungewöhnliche Auktion wiederholt werden."Es gibt noch weit mehr als diese vier Spiele. Und daher wird es schon in der nächsten Woche die nächste Gelegenheit geben, die Trikotbrust erneut zu ersteigern", heißt es auf der Internetseite der Spielvereinigung.






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