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30.08.2010, 10:53 Uhr

 

Kurztrip in die Türkei

Von Christian Martens

BAYREUTH. Sie geben Schülern Nachhilfe, feiern Länderabende und sind Ansprechpartner für ausländische Studierende: Der deutsch-türkische Verein Batisa (Bayreuth Turkish International Student Association) mit seinen rund 30 Mitgliedern will die Integration von Türken fördern.

 

Heute ist Ufuk Akkus (Bild) Vorsitzender des 2002 gegründeten Vereins. Er studiert Jura mit wirtschaftlicher Zusatzausbildung im achten Semester, steht kurz vor seinem ersten Staatsexamen. Als er vor vier Jahren aus Freudenstadt im Schwarzwald mit seiner Frau und seinem Bruder nach Bayreuth kam, kannte er in der Stadt niemanden. Seine Anlaufstelle war Batisa, der studentische Verein, dessen Mitglieder es sich zur Aufgabe gemacht haben, türkischstämmige Kommilitonen zusammenzubringen und das freundschaftliche Miteinander von Türken und Deutschen voranzubringen.

Jedes Semester kommen mit dem Erasmus-Austauschprogramm Studenten von der Partneruni in Sivas aus der Türkei nach Bayreuth. „Sie sind neu in der Stadt, kennen sich hier nicht aus“, sagt Akkus. Batisa helfe und biete die Chance, Kontakte zu knüpfen. Zu diesem Zweck, um die Gemeinschaft zu pflegen und die türkische Kultur zu präsentieren werden verschiedene Aktivitäten und Termine angeboten. Das reicht von Fußball über Bowling Grillfeste, Filmvorführungen und Ausflügen bis zu türkischen Länderabenden.

„Einen festen Termin für die Treffen gibt es nicht, aber alle zwei bis drei Wochen kommen wir zusammen“, sagt Akkus. Bei den kulturellen Abenden wird die türkische Lebensart präsentiert: Gastfreundschaft, Essen, Musik mit landestypischen Instrumenten. Eingeladen sind nicht nur Vereinsmitglieder und Austauschstudenten, sondern natürlich auch deutsche Studenten, die Interesse an der türkischen Kultur haben. Ein anderes Projekt war im Juli eine Filmwoche im Cineplex. Das Ziel des studentischen Einsatzes ist klar: Die öffentliche Wahrnehmung von Batisa soll wachsen.

Vorbild für Schüler

Das Engagement von Batisa endet nicht an der Campusgrenze. „Wir wollen die Brücke in die Stadt schlagen“, sagt Akkus. Als eine zentrale Initiative geben die Studenten Kindern mit Migrationshintergrund, die Probleme in der Schule haben, Nachhilfe. Zwischen 35 und 40 Kinder kommen jeden Samstag ins Stadtteilbüro St. Georgen, um zu lesen, zu rechnen oder Deutsch zu lernen. „Als Studenten glauben wir, den Schülern ein Vorbild geben zu können“, erklärt Akkus. Vier Stunden lang, auf mehrere Gruppen und Fächer aufgeteilt, lernen samstags sechs Studenten mit den Schülern. Noch wird in Bayreuth zu wenig zur Integration türkischer Mitbürger und Studenten getan, so Akkus. Für ein intensiveres Miteinander soll die Zusammenarbeit mit der kürzlich gegründeten deutsch-türkischen Gesellschaft und mit dem städtischen Amt für Integration helfen. Wichtiger Ansprechpartner ist SPD-Stadtrat Halil Tasdelen, der mit seinem türkischen Hintergrund immer ein offenes Ohr habe und Anfragen und Wünsche schnell unterstütze. Um auch auf dem Campus die eigene Wahrnehmung zu erhöhen, will Batisa versuchen, als Arbeitskreis des Studierendenparlaments anerkannt zu werden.

Ein Projekt in der nahen Zukunft soll eine gemeinsame Fahrt zum Fußball-Europameisterschaftsqualifikationsspiel Deutschland gegen die Türkei sein. Mit dem Bus soll am 8. Oktober von Bayreuth aus gemeinsam nach Berlin ins Stadion gefahren werden.

INFO Die Homepage www.batisa.net ist noch im Aufbau. Kontakt zu Ufuk Akkus per Mail an ufuk.akkus@gmx.de oder telefonisch unter 01 75/ 2 41 26 55.



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