BAYREUTH. Sie geben Schülern Nachhilfe, feiern Länderabende und sind Ansprechpartner für ausländische Studierende: Der deutsch-türkische Verein Batisa (Bayreuth Turkish International Student Association) mit seinen rund 30 Mitgliedern will die Integration von Türken fördern.
Heute ist Ufuk Akkus (Bild) Vorsitzender des 2002 gegründeten Vereins. Er studiert Jura mit wirtschaftlicher Zusatzausbildung im achten Semester, steht kurz vor seinem ersten Staatsexamen. Als
er vor vier Jahren aus Freudenstadt im Schwarzwald mit seiner Frau und seinem Bruder nach Bayreuth kam, kannte er in der Stadt niemanden. Seine Anlaufstelle war Batisa, der studentische Verein,
dessen Mitglieder es sich zur Aufgabe gemacht haben, türkischstämmige Kommilitonen zusammenzubringen und das freundschaftliche Miteinander von Türken und Deutschen
voranzubringen.
Jedes Semester kommen mit dem Erasmus-Austauschprogramm Studenten von der Partneruni in Sivas aus der Türkei nach Bayreuth. „Sie sind neu in der Stadt, kennen sich hier nicht aus“,
sagt Akkus. Batisa helfe und biete die Chance, Kontakte zu knüpfen. Zu diesem Zweck, um die Gemeinschaft zu pflegen und die türkische Kultur zu präsentieren werden verschiedene
Aktivitäten und Termine angeboten. Das reicht von Fußball über Bowling Grillfeste, Filmvorführungen und Ausflügen bis zu türkischen Länderabenden.
„Einen festen Termin für die Treffen gibt es nicht, aber alle zwei bis drei Wochen kommen wir zusammen“, sagt Akkus. Bei den kulturellen Abenden wird die türkische Lebensart
präsentiert: Gastfreundschaft, Essen, Musik mit landestypischen Instrumenten. Eingeladen sind nicht nur Vereinsmitglieder und Austauschstudenten, sondern natürlich auch deutsche
Studenten, die Interesse an der türkischen Kultur haben. Ein anderes Projekt war im Juli eine Filmwoche im Cineplex. Das Ziel des studentischen Einsatzes ist klar: Die öffentliche
Wahrnehmung von Batisa soll wachsen.
Vorbild für Schüler
Das Engagement von Batisa endet nicht an der Campusgrenze. „Wir wollen die Brücke in die Stadt schlagen“, sagt Akkus. Als eine zentrale Initiative geben die Studenten Kindern mit
Migrationshintergrund, die Probleme in der Schule haben, Nachhilfe. Zwischen 35 und 40 Kinder kommen jeden Samstag ins Stadtteilbüro St. Georgen, um zu lesen, zu rechnen oder Deutsch zu
lernen. „Als Studenten glauben wir, den Schülern ein Vorbild geben zu können“, erklärt Akkus. Vier Stunden lang, auf mehrere Gruppen und Fächer aufgeteilt, lernen
samstags sechs Studenten mit den Schülern. Noch wird in Bayreuth zu wenig zur Integration türkischer Mitbürger und Studenten getan, so Akkus. Für ein intensiveres Miteinander
soll die Zusammenarbeit mit der kürzlich gegründeten deutsch-türkischen Gesellschaft und mit dem städtischen Amt für Integration helfen. Wichtiger Ansprechpartner ist
SPD-Stadtrat Halil Tasdelen, der mit seinem türkischen Hintergrund immer ein offenes Ohr habe und Anfragen und Wünsche schnell unterstütze. Um auch auf dem Campus die eigene
Wahrnehmung zu erhöhen, will Batisa versuchen, als Arbeitskreis des Studierendenparlaments anerkannt zu werden.
Ein Projekt in der nahen Zukunft soll eine gemeinsame Fahrt zum Fußball-Europameisterschaftsqualifikationsspiel Deutschland gegen die Türkei sein. Mit dem Bus soll am 8. Oktober von
Bayreuth aus gemeinsam nach Berlin ins Stadion gefahren werden.
INFODie Homepage www.batisa.net ist noch im Aufbau. Kontakt zu Ufuk Akkus per Mail an
ufuk.akkus@gmx.de oder telefonisch unter 01 75/ 2 41 26 55.
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