30.08.2010, 17:23 Uhr
FUSSBALL. Der Countdown zur Gewinnung eines Trikotsponsors für die SpVgg Bayreuth läuft – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der Bayernligist geht nämlich wieder einmal völlig neue Wege bei der Vermarktung und versteigert die Brust seiner Kicker für zunächst zwei Heim- und zwei Auswärtsspiele.
Gebote können von interessierten Firmen, Gruppen aber auch von Privatleuten bis zum Donnerstag, den 2. September, um 14.06 Uhr abgegeben werden, wobei der Mindestbetrag bei 2500 Euro
liegt.
SpVgg-Aufsichtsrat Christian Wedlich, der die Aktion zusammen mit einigen Mitstreitern konzipiert hat, hofft indes auf einen höheren Erlös. Und darum haben die Altstädter noch
einige zusätzliche Schmankerl in das Werbepaket gesteckt. Wie bei eBay zu lesen ist, kann der „Saisonabschnitts-Trikotsponsor“ das Hans-Walter-Wild-Stadion bei den Heimspielen
auch mit Bannern, Flaggen und einem Präsentationsstand ausstatten und zehn seiner Freunde, Kunden oder Mitarbeiter als VIP-Gäste einladen.
„Die Werbewirkung ist sicherlich groß, zumal der Trikotsponsor bei unseren reizvollen Nachbarduellen in Bamberg und dann zuhause am 16. Oktober gegen die SpVgg Bayern Hof große
Auftritte haben kann“, betont Wedlich. Er weiß allerdings selbst nicht genau einzuschätzen, wie das Projekt laufen und bei welchem Sponsorbetrag der virtuelle Hammer fallen
wird.
Einen Verlierer kann es ohnehin nicht geben. Denn derzeit gehen die Gelb-Schwarzen ohne Werbeschriftzug auf Torejagd. Und für den Bekanntheitsgrad kann die Aktion nur förderlich sein,
die im Erfolgsfall durchaus zu einer einträglichen Dauereinrichtung werden könnte. Das Geld könnte der Fußball-Bayernligist gut gebrauchen, den einige umtriebige
Verantwortliche und mehrere spektakuläre Aktionen erst aus größter finanzieller Not gerettet haben. Bekanntlich wurden bereits Retter-Shirts aufgelegt, der FC Bayern München
kam zu einem Retterspiel und die Anhänger, seit jeher als „etwas bekloppt“ – im positiven Sinne – bekannt, versteigerten sich bei eBay. 1800 Euro bot damals ein
Unternehmer aus Aschaffenburg – und über 100 SpVgg-Fans unterstützten schließlich die dortige Viktoria im Duell gegen Hessen Kassel.
Nicht nur aufgrund dieser Aktivitäten konnte der Fortbestand des Traditionsvereins gesichert und der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens zurückgezogen werden. Was jetzt
noch fehlt, um finanziell noch ein wenig beruhigter in die Zukunft gehen zu können, ist ein Brustsponsor. Und da soll nun die in dieser Form wohl einmalige Internetauktion zu einem
hoffentlich gelungenen Altstädter Spielzug werden.
Und hier geht's zur Versteigerung....
ab/Foto: Kolb
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