29.08.2010, 10:00 Uhr
Von Jürgen Schott
BAYREUTH. Sie sind kopfschüttelnd vom Platz gegangen – keiner war mit sich selbst zufrieden, nachdem sich alle so viel vorgenommen hatten.“ Trotz des Punktgewinns durch das 0:0 beim TSV Buchbach ist man bei der SpVgg Bayreuth nach den Worten von Spielertrainer Ingo Walther von Friede, Freude, Eierkuchen weit entfernt.
Der Spruch, wonach Glück nur der Tüchtige hat, war für den Freitagabend kurzfristig außer Kraft gesetzt. „Nein, tüchtig waren wir nicht wirklich“, gesteht Walther nach dem Gastspiel beim noch sieglosen Tabellenletzten, „der Wille war deutlich sichtbar, und auch an mangelnder Fitness liegt es bei uns auf keinen Fall, aber…“ Eher traf schon die alte Weisheit zu, wonach der Gegner immer so gut spielt, wie es die andere Mannschaft zulässt. Und da taten die Altstädter, vom Pokal-K. o. in Ammerthal zusätzlich verunsichert, laut Coach „nicht das Notwendige, um gegen den – zugegeben sehr starken – TSV, der wusste, worum es geht, richtig gegenzuhalten“.
Mehr Arbeit im taktischen Bereich
Der Routinier wird in der kommenden Woche beim Training vor allem auf das Arbeiten im taktischen Bereich Wert legen. „Die Einstellung hat ja gepasst; Leidenschaft muss ein Kicker schon von selbst mitbringen.“ Eine positive Erkenntnis von Buchbach: Sebastian Fiedler ist nach Ausheilen seiner Verletzung für die Position in der zentralen Abwehr eine Alternative. Und: Auf Torhüter Stephan Essig kann sich die SpVgg verlassen. Walther: „Bei allem Glück, das wir hatten, hat er auch maßgeblich dafür gesorgt, dass hinten die Null stand.“
Mehr Führungsqualität zeigen
Was tun, damit vorn die Null nicht mehr steht? Ingo Walther gibt zu, dass er sich Gedanken macht, dem ersten Teil seiner Berufsbezeichnung Spielertrainer wieder mehr Geltung zu verschaffen. „Es geht ja gar nicht darum, dass ich glaube, besser spielen zu können als die, die zuletzt auf dem Platz standen. Aber vielleicht habe ich durch meine bekannte Spielweise noch besser die Möglichkeit, den jungen Sicherheit zu geben.“ Führungsqualitäten zeigen laut Trainer noch nicht genug seiner Schützlinge. „Und wenn mein Mitwirken bei einigen nur den Trotz weckt zu zeigen, dass es eigentlich auch ohne den alten Mann geht, dann wäre das auch ein guter Effekt“, sagt Ingo Walther.Am kommenden Samstag geht es gegen den SV Schalding-Heining, der nach zwei Niederlagen zum Auftakt die folgenden Partien nicht mehr verloren hat: dreimal 1:1 in den letzten fünf Spielen, dazu zwei 2:1-Siege. Heute treten die Passauer in Regensburg an. „Ich bin zwar nicht vor Ort, habe aber meine Informanten“, sagt der SpVgg-Coach. „So oder so: Wir stehen in der Pflicht, unseren Fans eine ordentliche Leistung abzuliefern.“
Foto: Bär
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