28.08.2010, 16:58 Uhr
BAYREUTH. Mit Katharina Wagners Opern-Inszenierung "Die Meistersinger von Nürnberg" sind am Samstagabend die Bayreuther Festspiele zu Ende gegangen. Der Blick geht nun in die Zukunft: Im kommenden Jahr feiert bei den 100. Richard-Wagner-Festspielen der neue "Tannhäuser" in der Regie von Sebastian Baumgarten Premiere, dirigiert wird das Werk von Thomas Hengelbrock. Und 2013, zum 200. Geburtstag des Komponisten, wird "Der Ring des Nibelungen" neu inszeniert.
Nach fünf Wochen ganz im Zeichen von Richard Wagners Werken sprach Festspielsprecher Peter Emmerich von einer harmonisch verlaufenden Saison. Tatsächlich scheinen die quälenden Diskussionen um die Nachfolge des inzwischen verstorbenen Wolfgang Wagner vergessen zu sein, die neuen Festspielchefinnen Katharina Wagner und ihre Halbschwester Eva Wagner-Pasquier bemühen sich weiterhin um frischen Wind auf dem "Grünen Hügel": Auch in diesem Jahr war die Live-Übertragung einer Wagner-Oper ein Spektakel mit großem Publikumszuspruch auf dem Bayreuther Volksfestplatz. Ebenso erfolgreich lief das Projekt "Wagner für Kinder", bei dem es in diesem Jahr für den Opern-Nachwuchs eine Kurzfassung des "Tannhäuser" zu sehen gab.
Erschüttert war man auch in Bayreuth über den Tod des Regisseurs Christoph Schlingensief. Ihm war die letzte Aufführung der diesjährigen Festspiele gewidmet. "Schlingensief hat vieles in Bewegung gesetzt", sagte Emmerich. Schlingensief hatte 2004 in Bayreuth mit seiner "Parsifal"-Inszenierung für Wirbel gesorgt. Dass Wolfgang Wagner den als Theater-Provokateur bekannten Regisseur auf den "Grünen Hügel" holte, galt als Sensation. "Christoph Schlingensiefs "Parsifal" war eine Art Katalysator", beschrieb Emmerich die Bedeutung Schlingensiefs für den Bayreuther Festspielbetrieb.
Großes Aufgebot an ProminenzDie 99. Wagner-Festspiele waren Ende Juli mit dem "Lohengrin" in der Neuinszenierung von Hans Neuenfels gestartet - ein großes Aufgebot an Prominenz war traditionell wieder dabei, darunter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Neuenfels sorgte für Aufsehen, weil er den Festspielchor als verkleidete Ratten auftreten ließ; großes Lob und große Aufmerksamkeit ernteten der Tenor Jonas Kaufmann bei seinem Bayreuth-Debüt als Schwanenritter Lohengrin und Annette Dasch als Elsa.
Rätselraten herrscht über das Ende der diesjährigen Saison hinaus in der Frage, wer den Jubiläums-"Ring" 2013 inszenieren darf. Möglicherweise ist auch das Zusammenspiel mehrerer Regisseure denkbar, hieß es. Fest steht immerhin schon der Dirigent: Der Russe Kirill Petrenko wird in Bayreuth am Pult stehen.
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