27.08.2010, 18:15 Uhr
Von Alexander Gradl
BAYREUTH/BERLIN. Laura López Castro und Philippe Kayser alias Don Philippe, Mitbegründer der Band Freundeskreis, im Interview.

Laura López Castro und ihr Partner Philippe Kayser alias Don Philippe stehen eigentlich für spanischen Akustik-Pop, der durch seine Reserviertheit glänzt. Auf dem neuen Album „Optativo“, das das Duo am 8. Oktober im Zentrum präsentiert, zeigen sich die beiden aber von einer dynamischeren, lauteren Seite. Der Kurier hat im Interview nach den Gründen gefragt.
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Der Kurier verlost 2x2 Karten für das Konzert am 8. Oktober. Beantworten Sie einfach folgende Frage: Wie heißt der Musiker, mit dem Don Philippe 1996 die Band Freundeskreis gegründet hat? Schicken Sie Ihre Antwort mit dem Betreff Don Philippe an onlineredaktion@kurier.tmt.de. |
Frage: Woher kam die Inspiration zu einem mehr an Instrumenten? Um zu zeigen, was man kann, um vielfältiger zu sein?
Philippe: Das liegt in erster Linie an der veränderten Produktionsweise. Wir haben früher immer die Stücke komponiert und sie dann mit einer festgelegten Band
aufgenommen. Die Instrumentierung war also von vornherein klar. Diesmal haben wir die Stücke auf die gleiche Weise komponiert, aber dann an der Produktion viel mehr herumgefeilt, Stücke
auch wieder völlig umgeworfen. Wir haben alles zu Hause aufgenommen, wo man ständig rumprobieren kann und nicht, wie im Studio, nach drei Stunden fertig sein muss. Wir hatten quasi
immer alles griffbereit. Die Zusammenarbeit mit dem Klangforscher Hauschka war auch sehr inspirierend. Wir waren bei ihm, haben gesehen, wie er arbeitet, wie mutig man sein darf.
López Castro: Ich glaube, die Veränderung ist auch nicht ganz bewusst passiert. Da war kein ‘Wir müssen jetzt dieses Instrument mit drin haben’. Es
war einfach ein Wunsch nach Veränderung da. Bei den ersten beiden Alben waren wir sehr von Südamerika beeinflusst, wir hatten uns zum Beispiel stark mit Atahualpa Yupanqui
beschäftigt. Das war bei diesem Album gar nicht der Fall. Es war eher so, dass jeder für sich gewerkelt hat, Philippe hat viel Klassik gespielt, ich habe viel Indie- gehört.
Frage: Ändert die neue Produktionsweise auch euer Auftreten auf der Bühne? Wie sieht die Besetzung aus?
Philippe: Wir haben jetzt Schlagzeug dabei, das hatten wir früher nie. Auch neu ist ein Pedal-Steel-Gitarrist, der zusätzlich auch Oktav-Gitarre und Mandoline spielt,
also sehr variabel ist, auch Bass haben wir jetzt live auf der Bühne. Außerdem wird uns der italienische Jazz-Pianist Roberto di Gioia am Klavier unterstützen. Unsere Präsenz
ist energischer, dynamischer und lauter geworden.
Frage: Weil mehr Personen am Klangspektakel teilhaben?
López Castro: Wir haben in Berlin fünf Abende am Stück als Feuertaufe mit der Band gespielt. Diese Auftritte waren wahnsinnig inspirierend. Wenn man mit so
vielen Musikern auf der Bühne steht, fühlt man sich total sicher, jeder inspiriert den anderen. Die Lieder stehen an sich, aber es ist überall noch ganz viel Raum zur
Improvisation.
Frage: Ist dieses Mehr an Raum auch aus dem Albumtitel herauszulesen? Er bedeutet so viel wie Wunschform, aber auch Freiheit der Wahl.
López Castro: Ja, so habe ich es bisher noch nie gesehen; ‘optativo’ ist wirklich völlig unbewusst ein gutes Wort für diese Zeit, diese neue Platte und die anstehende
Tour. Die Möglichkeitsform, wie es auch heißt, ist sehr groß, der Rahmen erweitert worden.
Philippe: ‘Optativo’ beschreibt auch das, was man nicht auf den ersten Ton hört, was also dazwischen passiert, was passieren könnte, was passiert, wenn man
einfach zulässt.
Frage: Inwieweit beziehen sich die Texte auf „Optativo“ auf den Albumtitel?
López Castro: Dieses „Zwischen den Zeilen“ ist auch in den Texten vorhanden. Ich versuche immer, ganz bewusst nicht plakativ zu schreiben. Sprich, wenn ich
nicht erzählen würde, worum es mir ging, als ich die Texte schrieb, könnten sie alles bedeuten. Sie sind sehr metaphorisch, sehr offen. Es ist natürlich spannend, wenn jemand
seine eigene Geschichte erzählt, aber ich finde es schöner, wenn ich für mich selbst was rausholen kann. Wie ich auf der Bühne stehe, kommt auch immer darauf an, wie es mir
geht, was meine Biografie gerade parat hält, da fließen dann die Texte auch mit ein. Aber natürlich gibt es den Ursprung, warum ein Text geschrieben wird. Diesmal hat alles viel
mit der Suche zu tun, Suche nach dem Inneren, aber auch dem Äußeren, nach Heimat, nach Identität, nach „Wo komme ich her?“. Letztes Jahr war ich in Spanien, habe dort
mit afrikanischen Flüchtlingen gesprochen, die mit dem Boot kamen. Das steckt alles nicht sichtbar mit drin.
Frage: Eure Musik erinnert mich sehr an Filmmusik, in ein Werk von Pedro Almodó würde das glänzend passen. Reizt euch dieses Feld Filmmusik?
López Castro: Ich denke, das ist so das nächste, woran man sich machen sollte. Das haben wir auch schon von andere Seiten gehört. Vielleicht sollte man einfach
mal bei Almodó anklopfen ...
Don
Philippe ist nicht nur Bühnenpartner von López Castro, vor 14 Jahren hat er mit einem gewissen Max Herre die Band Freundeskreis gegründet, den meisten bekannt wegen des Hits
„A-N-N-A“. Wir haben mal gefragt, wie der Kontakt zu Herre ist. Die Interpretation der Antwort überlassen wir ganz Ihnen.
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