18.08.2010, 17:20 Uhr
Von Eric Waha
BAYREUTH. So schön und so prunkvoll das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth ist – so komplex und so schwierig sind auch die vorbereitenden Planungen für die umfassende Sanierung des Barocktheaters mit dem weltweit einzigartigen hölzernen Innenraum. Zwölf Ingenieurbüros, das Staatliche Bauamt Bayreuth, die Bauabteilung der Bayerischen Schlösserverwaltung – sie alle stecken in der heißen Phase der Restaurierungsplanung.
„Ende des Jahres werden wir die Haushaltsunterlage (HU) Bau vorlegen, das ist der endgültige Entwurf mit Kostenrahmen, der dann Anfang des neuen Jahres in den Landtag kommt“, sagt Peter Seibert, der zuständige Referent in der Bauabteilung der Schlösserverwaltung, im Kurier-Gespräch. Seibert war gestern zu Gesprächen mit den zuständigen Planern des Bauamts in Bayreuth – und hat sich die jüngsten Erkenntnisse der Bauforscher und Restauratoren vor Ort angeschaut
Komplex
„Das Haus ist komplex, also ist auch die Planung kompliziert“, sagt Seibert. Die Komplexität der Sanierung, die nach derzeitigen Erkenntnissen zwischen 17 und 18 Millionen Euro
kosten wird, ist auch der Grund dafür, dass die Planungen viel Zeit ins Anspruch nehmen – nicht zuletzt auch deshalb, weil so viele neue Erkenntnisse auftauchen. Ein Beispiel
dafür sind die originalen Dielenbretter, die im Ersten Rang unter dem Teppich entdeckt wurden. Seibert: „Wir hätten uns nie träumen lassen, dass da der originale Boden
drunter ist.“ Schließlich ist ein paar Meter weiter Parkett aus den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts verlegt worden. „Die Dielen im Ersten Rang gehören aber zum originalen
Gebäudeeindruck mit dazu“, sagt Seibert – und müssten jetzt ebenso in das Sanierungskonzept aufgenommen werden wie der originale Sandsteinboden im Parkett des Opernhauses,
der gefunden wurde, als das Holzparkett geöffnet wurde.
„Den Sandsteinboden wollen wir natürlich erhalten. Das sorgt wieder für Probleme für den Klimaplaner, weil er exakt 13 Zentimeter an Höhe zur Verfügung hat, um die
Anlagen für die Zu- und Abluft, die wir brauchen, dort unterzubringen.“ Schließlich könne in den historischen Boden nicht so eingegriffen werden wie in einen nicht mehr
originalen Belag. Ziel sei es, sagt Seibert, die komplette Klimatisierung des Hauses – „wir befinden uns da im Prinzip in einem begehbaren Gemälde aus Holz, das normalerweise in
einem klimatisierten Museum stehen müsste“ – über den Boden abzuwickeln.
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