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18.08.2010, 17:19 Uhr

 

Motorschaden stoppt Renn-Elefanten

Von Christian Martens

BAYREUTH. Ein Motorschaden hat die Träume des Elefant Racing Teams, beim ersten Rennen mit dem neuen FR 10 Phoenix einen der vorderen Plätze zu belegen, zerschlagen. Nun gilt der Blick der studentischen Rennwagenbauer dem nächsten Rennen in Italien Anfang September.

 

Vor dem Motorschaden: Der FR 10 Phoenix beim ersten Renneinsatz auf dem Hockenheimring. Ein kaputtes Pleuellager hat den Renner später gestoppt. Fotos: red
Vor dem Motorschaden: Der FR 10 Phoenix beim ersten Renneinsatz auf dem Hockenheimring. Ein kaputtes Pleuellager hat den Renner später gestoppt. Fotos: red
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Vor dem Motorschaden: Der FR 10 Phoenix beim ersten Renneinsatz auf dem Hockenheimring. Ein kaputtes Pleuellager hat den Renner später gestoppt. Fotos: red
Auf dem Tilt Table werden Dichtheit und Kippgefahr des Wagens geprüft: Den Test auf dem Kipptisch konnte das Elefant Racing Team im zweiten Anlauf bestehen.
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Am zweiten August-Wochenende fand auf der Formel 1-Strecke in Hockenheim die Formula Student Germany statt. 79 Verbrennerfahrzeuge und 15 Elektrorenner kämpften um die besten Rundenzeiten, beteiligt waren mehr als 2000 Studenten aus der ganzen Welt. Es war die Premiere und damit der erste Test unter Wettbewerbsbedingungen für den neu entwickelten Bayreuther Boliden FR 10 Phoenix. Ein Motorschaden am Samstag hat die monatelange Arbeit und die Hoffnung auf eine gute Platzierung zerstört. Es siegte das Team aus dem niederländischen Delft.

Technischer Härtetest

Bevor die Wagen auf die Strecke geschickt werden, steht die technische Abnahme auf dem Programm. Am Freitag konnte das Team von Elefant Racing seinen Renner vorstellen. Die Hürde des Scutineering, einer Art TÜV-Prüfung, konnte nach einigen Nachbesserungen genommen werden. Auf dem sogenannten Tilt Table, einem Kipptisch, werden die Dichtheit und die Kippgefahr des Fahrzeugs überprüft. Der Test wurde im zweiten Anlauf am Samstag bestanden. Lautstärke- und Bremstest machten keine Probleme.

Auf der Rennstrecke lief es weniger gut. Zunächst verhinderte eine Ölspur eine Bestzeit beim Doppelkreis-Fahren und bei der dritten Disziplin am Nachmittag drangen „unnatürliche Geräusche aus dem Motor“, schreibt Elefant Racing im Rückblick. „Der Motor wurde sofort komplett zerlegt und das Team musste die Hiobsbotschaft empfangen: Lagerschaden am ersten Pleuellager. Ohne Austauschmotor keine Chance mehr zu fahren.“

So wie den Bayreuther Rennwagenbauern ging es noch 39 anderen Teams, die nicht ins Ziel kamen. „Wir sind mit dem Rennausgang insgesamt unzufrieden. Sicher kann ein Motorschaden immer passieren, dennoch haben wir Fehler gemacht“, zieht Vorsitzender Florian Reichert Bilanz. Zur Selbstkritik zählen eine unzureichende theoretische Vorbereitung auf die Design-Bewertung und das Motor-Setup. „Die Gasannahme war schlecht“, so Reichert. Nun wollen die Studenten versuchen, den Wagen schnell wieder fit zu bekommen und auf die Teststrecke zu gehen, um mögliche Schwachstellen zu finden.

Optimistisch nach Italien

Das Team jedenfalls hat sich durch den Ausfall auf dem Hockenheimring nicht den Mut und die Zuversicht nehmen lassen. „Der Zusammenhalt im Team ist stärker als je zuvor, und so blicken wir optimistisch nach Italien“, teilt Elefant Racing mit. Anfang September gibt es schon die nächste Chance, den FR 10 Phoenix erfolgreich zu präsentieren. „Wir wollen aus den gemachten Fehlern lernen und einen Platz im vorderen Mittelfeld ergattern“, so Elefant-Vorsitzender Reichert. Seine Gratulation gilt den Siegerteams und sein Dank allen Sponsoren, „die Elefant Racing erst möglich machen“.

Erstmals gehen in der Formula Student auch Elektrofahrzeuge ins Rennen. Die Bayreuther Studenten tüfteln gerade am ED 8 Blue Angel. Jeden Tag treffen neue Teile ein. Für den Wettbewerb haben sie sich in diesem Jahr noch nicht angemeldet, um ausreichend Zeit für Entwicklung und Bau des elektrisch angetriebenen Boliden zu haben. Das Fahrzeug soll am 26. Oktober an der Uni präsentiert werden.

Doch natürlich haben die Mitglieder der Electric Division von Elefant Racing die Augen beim Rennen in Hockenheim offen gehalten. „Es hat sich gezeigt, dass Elektrorennwagen schon in ihrer ersten Generation mit den Verbrennerkollegen mehr als mithalten können“, so das Fazit. So sei im Beschleunigungsrennen auf 75 Meter ein Elektrorennwagen allen Konkurrenten davongefahren und habe die Ziellinie nach nur 3,894 Sekunden überquert.




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