BAYREUTH. Die Saaser sind fest entschlossen: sie wollen das Wäldchen zwischen Lerchenbühlschule und Veilchenweg behalten. Gestern am späten Nachmittag übergab eine Interessengemeinschaft 228 Unterschriften für den Erhalt des Wäldchens an Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl. Der Einladung der Interessengemeinschaft waren nicht nur mehrere Dutzend Saaser, sondern auch viele Stadträte aus allen Fraktionen gefolgt.
Die Argumente, die die Anwohner Hedwig Friedlein, Sabine Münch und Andreas Kluge ebenso wie Peter Ille vom Bund Naturschutz (BN) vortrugen, sind stichhaltig – ob sie allerdings
angesichts der Kassenlage der Stadt Bayreuth auf fruchtbaren Boden im Stadtrat fallen, ist fraglich: Das Wäldchen, gewachsen in den vergangenen 50 Jahren, sei die grüne Lunge der Saas. Es
sei Grüngürtel, Schutz vor Lärm, Wasserspeicher bei Starkregenereignissen, sorge nicht nur durch die produzierte Frischluft „für ein gutes lokales Siedlungsklima“,
wie es Hedwig Friedlein formulierte. 34 Baumarten habe sie ebenso gezählt wie 34 verschiedene Vogelarten, die hier auf dem ehemaligen Zeltplatz nisten.
Peter Ille formulierte den Zwiespalt, in dem der BN stecke – dennoch schlage die Waage zu Gunsten des Wäldchens aus: „Der BN ist nicht immer gegen eine sinnvolle
Nachverdichtung“, hier jedoch überwiege der Wunsch nach Erhalt der massiven Grünstruktur. „Deshalb schlagen wir vor: Die Stadt möge doch mal wieder den
Flächennutzungsplan ändern und die Fläche in eine Grünfläche umwandeln.“ Die Fläche sei schließlich, wie auch der Landesbund für Vogelschutz (LBV) in
einer Stellungnahme schreibt, als innerstädtische Grünfläche zu wertvoll, um sie zu bebauen. Zumal ein „dringender Bedarf nach Bauplätzen aus Sicht des LBV nicht
gegeben“ sei. Es gebe gerade in der Saas genug Bauland.
Als solches jedoch, sagte Oberbürgermeister Dr. Michael Hohl – selbst Saaser – ist die Fläche, die Platz haben soll für vier Bauparzellen, seit Jahrzehnten in den
Flächennutzungsplan eingezeichnet. „Es ist in der Tat so, dass wir auf Grundlage des Flächennutzungsplans seit Mai mit den Grundstücken am Markt sind“, sagte Hohl. Seine
persönliche Meinung „interessiert hier nicht. Ich bin Saaser, habe aber auch Verantwortung für den städtischen Haushalt“, sagte Hohl. „Es wäre falsch, wenn ich
sagen würde, Finger weg.“
Dies ist eine Nachricht aus unserem Archiv. Es können daher keine neuen Kommentare verfasst werden.
Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich bei der Community registrieren und einloggen.