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16.08.2010, 12:39 Uhr

 

Den Sommer konservieren

Von Ulrike Sommerer

SANDHOF. Obst und Gemüse werden durch Einkochen haltbar gemacht. Heike Ehl gibt Tipps.

 

Für unsere Großmütter war es noch eine Selbstverständlichkeit, vielleicht auch aus der Not heraus geboren. Gefriertruhen gab es noch nicht, wohin also mit Bohnen, Gurken, Zwetschgen? Ab damit ins Glas. Heute ist Einmachen keine Notwendigkeit mehr. Und trotzdem geht nichts über ein Glas selbst eingelegte Gurken zur Brotzeit oder ein Glas Kompott aus der Vorratskammer zum Pfannkuchen.

Von ihrer Großmutter hat auch Heike Ehl die Liebe zum Einkochen übernommen. Und so steht auch sie heute, wie die Oma einst, im Sommer in der Küche und packt dessen Früchte ins Glas. 100 Gläser Gurken weckt sie Jahr für Jahr ein. Dazu kommen Zucchini, Tomaten, Zwiebeln, Kürbis, Rote Beete, gelbe Rüben, Bohnen, Tomaten, Obst. Ganz einfach alles, was Haus und Hof hergibt.

Die Bäuerin aus Sandhof nimmt die Arbeit gern in Kauf, weiß sie doch auf diese Weise, was im Glas ist (nicht gespritzt, biologisch gedüngt) und hat für sich und ihre Familie einen wunderbaren Vorrat für den Winter. „Ins Regal greifen, fertig“, sagt sie und freut sich über ein Stück Unabhängigkeit, das sie für sich und ihre Familie so erhält. Im Gegensatz zur Vorratshaltung in der Gefriertruhe sei Eingemachtes auch energiesparend. Die Gläser im Kellerregal fressen keinen Strom. Heike Ehl betreibt Vorratshaltung mit der Natur. Wenn die Kirschenernte mau ausfalle, gebe es in einem Jahr eben einmal keine eingekochten Kirschen, im Jahr darauf hat man sicher wieder genug.

Drei Methoden

Um Obst und Gemüse einzukochen, gebe es drei Methoden. Die einfachste sei, einen Einkochautomaten zu verwenden. Aber auch im Topf oder im Backofen lassen sich Obst und Gemüse einwecken. Weckt man die Früchte im Backofen ein, müsse man darauf achten, dass die gefüllten und geschlossenen Gläser etwa zwei Zentimeter hoch im Wasser stehen und sich nicht berühren. Wenn es in den Gläsern blubbert beginnt die Garzeit, die sich nach dem Inhalt richtet. Gurken würden zum Beispiel eine halbe Stunde benötigen. Mit Beginn der Garzeit wird die Temperatur auf 150 zurückgedreht.

Bis zwei Zentimeter unter den Rand füllt Heike Ehl die Gläser mit Gemüse oder Obst und Flüssigkeit. Für Obst verwendet sie meist nur Wasser. Eine Zuckerlösung, wie es früher oft propagiert wurde, sei nicht nötig. Ehl süßt bei Bedarf lieber beim Essen nach. Je nach Geschmack kann man zum Obst auch Gewürze geben – Vanille, Nelken, Zimt ... Gurken kocht die 42-Jährige süßsauer ein, legt sie vorher aber einen halben Tag in Salzwasser ein, weil die Gurken dann würziger schmecken würden. Senfkörner, Dill, Gurkenmeister (gebrauchsfertiger Essig-Gurkenaufguss) und eine halbe Zwiebel runden den Geschmack ab.

Wichtig sei, betont Heike Ehl, dass Obst und Gemüse in einwandfreiem Zustand sind. Schlechte Stellen wegzuschneiden, reiche nicht, ist sie überzeugt. Und noch einen Tipp hat sie: Die Flüssigkeit, die ins Glas gegeben wird, sollte die gleiche Temperatur haben wie die, in die die Gläser dann gestellt werden. So minimiert man die Gefahr, dass die Gläser durch das Einkochen platzen.

Schnell aufbrauchen

Nach der vorgegebenen Einkochzeit werden die Gläser aus dem Topf genommen, sonst garen sie weiter und man hat am Ende Mus auf dem Teller. Heike Ehl nutzt neben Twist-off-Gläsern auch herkömmliche Einweckgläser, die gut gesäubert, am besten ausgekocht werden. Sie empfiehlt, lieber kleine Gläser zu benutzen. Einmal geöffnet, sollte das Glas schnell aufgebraucht werden. Aber das passiert ganz automatisch ...




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