Rund ums Festival junger Künstler gibt es auch in diesem Jahr wieder ein spannendes Rahmenprogramm für die Bayreuther Festspielkinder. Am Montag auf dem Programm: „Gutes Benehmen – brauche ich das?“
Ruhig sitzen und aufpassen: Auch das haben die Jungen und Mädchen gelernt.
Ja – da sind sich die Kinder mit der Leiterin des Workshops und Intendantin des Festivals Sissy Thammer, einig. Deshalb haben die 34 Kinder und Jugendlichen im Alter von sechs bis 14 Jahren
am Montagvormittag sogenannte Soft Skills erlernt. Dazu gehören anständige Begrüßungen, Konfliktbewältigung und richtiges Telefonieren. Zudem lernten sie, dass auch bei
einem Streit der gegenseitige Respekt gewahrt werden muss. Seinem Gegenüber fällt man nicht ins Wort und beschimpfen darf man ihn schon mal gar nicht.
Diese Soft Skills oder auf Deutsch soziale Kompetenzen sind schließlich nicht nur was für Erwachsene.
Die Festspielkinder gibt es in Bayreuth schon genauso lange, wie Sissy Thammer dem Festival ihren Stempel aufdrückt: seit nunmehr 25 Jahren. Das Festival soll nicht nur jungen Künstlern
eine Plattform für ihre Musik bieten, sondern dabei auch die Region Bayreuth und ihre Jugend mit einbeziehen.
„Hello“ und „Konnichiwa“
Die Kinder hatten daher die Möglichkeit nach dem ersten Teil ihres Trainings gemeinsam mit einigen Künstlern der Bayreuther Festspiele die Mittagspause zu verbringen. Dabei konnten sie
ihre neu erlernten Fähigkeiten gleich in die Praxis umsetzen und sich mit den Musikern unterhalten. Die Sprachbarriere wurde, trotz der 17 verschiedenen Sprachen der internationalen
Künstler aus 38 Nationen, schnell durchbrochen. „Einen Engländer begrüßt man mit Hello oder Good Afternoon“, erzählt die elfjährige Lia Boxberger.
„Jetzt weiß ich aber auch, was ,Hallo’ auf Chinesisch, Ukrainisch und Spanisch heißt.
Bevor der zweite Teil des Workshops mit dem Thema Benehmen bei Tisch begann, führte Sissy Thammer ihre Kleinen zu einer Orchesterprobe. Die Kinder lauschten der schönen Musik sehr
gespannt und waren für eine Horde sechs- bis 14-Jähriger schon fast zu leise. „Das klappt“, bestätigt Sissy Thammer. „Weil ich mit ihnen rede und ihnen sage, worum
es hier geht.“
Am Tisch lernten die Teilnehmer unter anderem, dass Essen und Trinken immer von rechts ein- und ausgestellt wird, das Gemüse- und Fleischplatten von links angereicht werden und dass man sich
beim Besteck von außen nach innen arbeitet. Auch internationale Esskulturen wurden nicht außen vor gelassen: Die junge vietnamesische Musikerin Lin zeigte den Kindern, dass essen mit
Stäbchen ganz einfach sein kann. Zum Abschluss des lehr- und ereignisreichen Tages bekam jeder der 34 Teilnehmer ein hübsches Zertifikat mit ausreichend Platz für ein Foto und das
ein oder andere Autogramm der Lieblingskünstler.
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