10.08.2010, 14:32 Uhr
BAYREUTH. Neben der "Gesellschaft der Freunde von Bayreuth" hat sich ein zweiter Förderverein für die Richard-Wagner-Festspiele gegründet: Das "Team aktiver Festspielförderer", kurz Taff. Als Konkurrenz sehe man sich nicht. Katharina Wagner und Christian Thielemann haben die neuen Mäzene schon für sich gewonnen.

"Wir sehen uns nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung", betonte der Taff-Vorsitzende Peter Maisel in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Mit den Millionen, die die seit 60 Jahren etablierten Mäzene jährlich den Festspielen zufließen lassen, kann Taff noch nicht konkurrieren. "Aber bis zu den 100. Festspielen im kommenden Jahr wollen auch wir einen signifikanten Beitrag leisten", sagte Maisel.
Im Gegensatz zu den komplexen Strukturen der "Freunde von Bayreuth" mit über 5300 Mitgliedern soll der neue Verein schlank und transparent angelegt werden. Bei der Festspielleitung stößt Taff auf offene Ohren, bei Katharina Wagner ebenso wie bei ihrem musikalischen Berater Christian Thielemann. "Thielemann hat sich spontan bereiterklärt, uns zu unterstützen", berichtete Maisel. Die Festspielleitung soll einen Sitz im neuen Taff-Vorstand bekommen. "Uns geht es darum, die Förderung von Projekten wie der Kinderoper auf dem kleinen Dienstweg abzusprechen und schnell reagieren zu können."
Die Idee für die Vereinsgründung ist schon zwei Jahre alt. Dabei ging es vor allem um die Förderung des neuen Projekts "Wagner für Kinder". Nach dem plötzlichen Tod von Katharina Wagners Anwalt Stefan Müller sei das Thema aber wieder eingeschlafen, erinnert sich Maisel. Ende Juni wurde es wieder aktuell durch einen Führungswechsel bei den "Freunden", dessen Hintergründe bisher nicht bekannt sind. An diesem Donnerstag will Taff seine Ziele und Visionen erstmals der Öffentlichkeit präsentieren.
Keine Kartenansprüche
Die ersten Schritte des neuen Vereins waren aus Maisels Sicht vielversprechend. Unter dem Motto "Als Taff-Mitglied sind sie mittendrin, nicht nur dabei" konnten die Gründungsmitglieder Bühnenorchesterproben besuchen und den Regisseuren und Solisten über die Schulter schauen. "Geplant sind auch spezielle Führungen durch das Festspielhaus, ein ganz detaillierter Blick hinter die Kulissen", ergänzte Maisel.
Das Privileg der "Gesellschaft der Freunde von Bayreuth", die als Gegenleistung für ihre Millionen-Beträge fast ein Viertel der gut 57 000 Festspielkarten erhält, will Taff vorerst nicht antasten. "Wir stellen keine Ansprüche", betonte Maisel. Erst müssten noch mehr Mitglieder und Spenden geworben werden. "Von unseren Mitgliedsbeiträgen wird das Kraut nicht fett", sagte der Taff-Chef mit Blick auf die 19 Gründungsmitglieder. "Aber wir wollen den dringend notwendigen Bau einer neuen Probebühne vorantreiben und dazu auch unser Scherflein beitragen."
dpa
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