09.08.2010, 16:03 Uhr
Von Christian Martens
BAYREUTH. Mit den meisten Stimmen ist Rita Schubert von der Grünen-Hochschulgruppe bei der Hochschulwahl am 1. Juli als studentische Vertreterin in den Senat gewählt worden. Nun tritt sie das Amt nicht an, weil sie gleichzeitig Mitglied im Studierendenparlament ist. Aus Sicht des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) gleicht der Rücktritt einem Betrug am Wähler.
RCDS-Vorsitzender Martin Kroczek und Senator Patrick Lindthaler reagierten am Montag nach eigener Mitteilung mit Unverständnis und Verärgerung auf den Rücktritt Schuberts. Wie
Lindthaler erklärte, habe Schubert „Nachrücker-Probleme“ als Grund für ihre Entscheidung genannt. Hätte Schubert statt auf ihren Platz im Senat auf ihren Sitz im
Studierendparlament verzichtet, hätte sich kein geeigneter Nachrücker aus den Reihen der Grünen-Hochschulgruppe finden lassen. Ihren Platz im Senat wird mit Michael Weh oder Paul
Schwartz nun voraussichtlich ein Student der Jusos einnehmen.
Nach ihrem persönlichen Wahlergebnis stünden Schubert sowohl ein Sitz im Studierendenparlament als auch im Senat zu. Wegen des hohen Arbeitsaufwands sei ein Doppelmandat nicht leistbar,
so die Begründung von Seiten der Grünen. Unikanzler und Wahlleiter Dr. Ekkehard Beck soll den schriftlichen Rücktritt Schuberts bereits bestätigt haben. Der RCDS fordert nun,
sollten tatsächlich interne Personalprobleme die offizielle Begründung gewesen sein, „eine intensive Prüfung des Vorgangs“ durch die Wahlleitung. Sie kritisieren den
Umgang mit dem Wählerwillen nach dem Motto: „Wenn uns das Ergebnis nicht passt, dann werden wir das durch Rücktritte passend machen“. Lindthaler teilte mit: „Der
Rücktritt vom Senatsposten ist nahe einem Betrug am Wähler als Souverän, der ihr nicht so viele Stimmen dafür gegeben hat, dass sie am Ende zurücktritt, um ein
Nachrücker-Problem zu lösen.“
Sebastian Althoff, Stupa-Mitglied der Grünen und Sprecher von Campusgrün Bayern, erklärte den Hintergrund von Schuberts Rücktritt, die sich momentan in Afrika aufhalte, damit,
die „Arbeit auf möglichst viele Schultern verteilen zu wollen“.
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