BAYREUTH. Die Zeugnisse sind da, die Ferien haben begonnen. Die Paukerei in der Schule hat ein Ende. Für ein paar Dutzend Schüler geht die Lernerei jedoch in der Sommerpause weiter: Rund 65 Fahrschüler wollen in den nächsten drei Wochen ihren Führerschein machen. Sie können dann am ersten Schultag ihre Busfahrkarten zu Hause lassen.
Pauken in den Ferien ist ungewöhnlich und so mancher will sich erst mal erholen, doch andere haben’s eilig. Der Führerschein muss her – und zwar so schnell wie möglich.
Warum jetzt noch Zeit verschenken? Wer wenig Zeit hat freut sich über die immer häufiger angebotenen Intensivkurse einiger Fahrschulen. Was normalerweise Monate dauert, gibt es auch in
drei Wochen.
Nach sieben Tagen Theorie büffeln kann man dann bereits die erste Prüfung ablegen und nach erfolgreichem Abschluss mit dem praktischen Teil beginnen.
„Unsere Schüler nehmen das stressige Programm gern in Kauf, weil sie dadurch während ihrer Schulzeit nicht behindert werden und ihre Zeit besser planen können“, sagt der
Fahrlehrer und Inhaber der Fahrschule Wolfrum, Klaus Schirmer. Die Bayreuther Fahrschule bringt Fahranfänger in drei Wochen zum Führerschein.
An fünf Tagen pro Woche, vormittags und nachmittags je ein einhalb Stunden Rechts-vor-links, Kreisverkehr und Verkehrsschilder, dann Gas-Kupplung, rückwärts Einparken und Anfahren am
Berg. In diesem Sommer startete der Unterricht am vergangenen Montag wobei die Teilnehmerzahl auf zehn Personen begrenzt ist.
Wie Schirmer weiter sagt, sind Schüler und Eltern zufrieden über das Konzept. Vor allem macht sich niemand mehr Sorgen, dass die Schulnoten unter dem Fahrunterricht, der ja auch nachts
stattfindet, leiden könnten.
Die Führerschein-Intensivkurse kamen Anfang der 90er Jahre auf. Manfred Neumeister, der seine Fahrschule in Hollfeld betreibt, wirkte damals nach eigenen Angaben dabei mit, das Kurskonzept zu
entwerfen.
„Gerade Schülern und Auszubildenden mit wenig Zeit komme das Angebot sehr entgegen, um das Thema Auto-Führerschein möglichst schnell abhaken zu können“, sagt
Neumeister. Elf Intensivschüler pauken bei ihm. Für sie ist entscheidend, dass sie nachmittags ihre Ferien genießen können und vergleichsweise weniger Zeit aufbringen
müssen, fasst Neumeister die Motive der jungen Leute zusammen.
Anfangs von vielen skeptisch betrachtet, seien die Intensivkurse mittlerweile etabliert und würden immer häufiger von Fahrschulen übernommen. Dabei koste der Intensivkurs nicht mehr
als die normale Fahrschule.
An der Kulmbacher Verkehrsakademie beginnt Anfang September ein siebentägiger Crash-Kurs, der Fahranfängern die Theorie vermittelt. „Der Kurs kommt gut an“, sagt die
Mitarbeiterin Jeannette Witzgall. Für den ersten Kurs haben sich aus dem Raum Kulmbach bereits 50 Teilnehmer angemeldet. Der Unterricht, der am Montag begann, findet von 9 bis 12 Uhr
statt.
In der Ferienregion Fichtelgebirge ist das Interesse an Intensivkursen bisher wenig ausgeprägt, so die Erfahrung von Klaus Riedl von der gleichnamigen Fahrschule in Fichtelberg mit Filiale in
Bischofsgrün.
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