BAYREUTH. Der Bayreuther Amtsrichter Karl Wegerer hat mit einer Klage gegen den Freistaat erneut die Justiz beschäftigt. Das Verwaltungsgericht wies sein Begehren auf Erstattung von Prozesskosten in Höhe von 186,16 Euro allerdings als unbegründet zurück. Damit muss er die Prozesskosten von 75 Euro übernehmen.
Das jüngste Verfahren vor der 5. Kammer hat eine längere Vorgeschichte. Anfang August 2008 ging es vor der gleichen Kammer des Verwaltungsgerichtes um eine Anordnung seines
Dienstvorgesetzten, Landgerichtspräsident Manfred Werth, Wegerer solle sich amtsärztlich untersuchen lassen. Ein Kollege hatte dem mit seinen Nachbarn seit Jahren zerstrittenen Wegerer in
einem Urteil paranoide Züge und Verfolgungswahn unterstellt. Dies hatte der Betroffene immer bestritten und behauptet, man wolle ihn auf diesem Wege als missliebigen Richter loswerden. Im Zuge
der Verhandlung hatte der Vizepräsident des Landgerichtes, Dr. Jörn Bernreuther, mitgeteilt, dass es unter anderem eine Dienstaufsichtsbeschwerde des Bayreuther Oberbürgermeisters
Dr. Michael Hohl gegen Wegerer gibt.
Daraufhin klagte Wegerer im Oktober 2008 gegen die Stadt mit dem Ziel, der Oberbürgermeister solle seine Äußerungen, mit denen er die Dienstaufsichtsbeschwerde begründete,
unterlassen. Im Februar 2009 wurde die Stadt schließlich dazu verurteilt, eine bestimmte Äußerung nicht mehr zu wiederholen. Weitere Begehren Wegerers wurden damals vom
Verwaltungsgericht allerdings zurückgewiesen.
Wegerer wollte jetzt die 186,16 Euro Prozesskosten, die ihm bei der Klage gegen die Stadt entstanden waren, vom Freistaat zurück haben. Er begründete seinen Anspruch nunmehr damit, dass
es ohne das Verhalten seines Dienstherren nicht zum Bekanntwerden der Dienstaufsichtsbeschwerde in der Öffentlichkeit gekommen wäre. Denn der Kurier hatte über den Prozess
berichtet.
Der Präsident des Verwaltungsgerichtes, Karl-Friedrich Richter, sagte im Urteil, der Freistaat müsse die Prozesskosten nicht ersetzen, da die Fürsorgepflicht nicht verletzt worden
sei und Wegerer auch keinen Anspruch auf Schadenersatz habe. Wegerer war zum Prozess nicht erschienen und hatte zuvor angeregt, das Urteil ohne öffentliche Verhandlung auf schriftlichem Weg
herbeizuführen. Er ist im Amtsgericht unter anderem für Betreuungssachen und Pflegschaften verantwortlich. Sein Chef, Landgerichtspräsident Manfred Werth, war vor Gericht anwesend,
äußerte sich allerdings nicht zur Sache selbst. Er forderte, die Klage abzuweisen.
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