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30.07.2010, 09:30 Uhr

 

Radtour Bayreuth - Annecy 4. Tag

Von Frank Zeißler

ALPIRSBACH. Die Nacht in Bad Herrenalb begann mit einem recht entspannten Grillabend. Den hatten sich die vier Radfahrer nach einem langen Anstieg bis zum Etappenziel auch verdient, das nach 120 Kilometern erreicht war.

 

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Die Nachtruhe wurde schließlich gegen 3 Uhr morgens von einem aufziehenden Unwetter beendet. Blitze erleuchteten den Himmel taghell, der Donner weckte die Schlafenden und der einsetzende Starkregen verwandelte den Platz in einen kleinen See. Vom Lärm des Regens geweckt, wurde Betreuer Günther Lauterbach auf den Plan gerufen, der sich vor allem um die beiden zeltenden Teilnehmer Sabine und Helmut sorgte. Beide hatten sich unter die Markisen der Begleitfahrzeuge gelegt, weshalb die größte Menge des Wassers abgehalten wurde. Während Sabine ihr Zelt auf eine der mitgebrachten Bierzeltgarnituren gestellt hatte, lag Helmut Kusch direkt im kühlen Nass. Geweckt vom Unwetter erkannte er die Lage, bevorzugte aber trotz des steigenden Wasserstands im Zelt zu bleiben. Nach seinen Angaben hätte er beim Ausstieg aus dem Zelt nur nasse Füße bekommen und auf zwei Isomatten gebettet hätten sich die Matratzen so angenehm angefühlt, wie ein Wasserbett. Somit erhielt Helmut neben seinem Titel als „Bergkönig“ auch den Titel des „Helden von Bad Herrenalb“.

Keine Unfälle

Im Verlauf der Nacht blieb es weitgehend ruhig, einige Stunden später kam es zu einem weiteren, heftigen Regenschauer. Zum Frühstück klarte der Himmel kurz auf, zum geplanten Etappenstart zog aber erneut ein heftiger Schauer auf, den die Radler noch abwarteten. Gegen 10 Uhr verließen die Vier den Platz und machten sich auf den Weg Richtung Freudenstadt. Dort wurden die Radfahrer von den Versorgungsfahrzeugen erwartet und mit einer kleinen Stärkung versorgt. Nach einer kurzen Rast ging es dann auf eine Abfahrt zum Etappenziel in Alpirsbach. Von ständigen Regenschauern durchnässt, wagten die vier Radler die Abfahrt zum Zielort, bei dem sich auch der Campingplatz befand. Besonders stolz waren sie darauf, dass sie bei den widrigen Witterungsverhältnissen die Stelle unfallfrei passiert hatten, die einst Jan Ullrich bei einer Etappe der "Tour de France" zum Verhängnis wurde. Viele Lkw sorgten für zum Teil gefährliche Situationen. Helmut Kusch, als Feuerwehrbeamter eigentlich recht stressresistent, berichtete davon, lange nicht mehr so viel Angst vor einer Abfahrt gehabt zu haben.

Angenehme Etappe

In Alpirsbach wartete das Versorgungsteam bereits auf die eintreffenden Radler. Aufgrund der schlechten Witterung geriet auch dieses Team in Verzug. Die Wagen waren bereits in Position, aber noch nicht vollständig einsatzbereit. Am Ende der Etappe berichteten die Radler von einer mit 78 Kilometern recht angenehmen Etappe, die zwar knackige Anstiege aber auch angenehme Abfahrten hatte. Der Abend wird nun nach einer warmen Dusche im Restaurant des Campingplatzes ausklingen. Dessen Pächter zeigte sich ob des guten Zweckes der Tour beeindruckt und stellte dem Team den Platz zu einem Sonderpreis zur Verfügung.

Überraschung

Eine kleine Überraschung gab es auch für die bislang tapfer im Zelt untergebrachten Teilnehmer Sabine und Helmut, die sich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag auf einen erholsamen Schlaf in einem Mietwohnwagen freuen durften und erstmals bei schlechtem Wetter auch ein richtiges Dach über dem Kopf hatten. Am Freitag startet die 5. Etappe. Sie führt durch den Schwarzwald und wird nach geplanten 100 Kilometern in Freiburg enden. Dort wird es einen Tag Pause geben. Zur „Halbzeit“ steigen dann fünf weitere Radfahrer in die Tour ein und begleiten die Bayreuther bis zu ihrem Ziel nach Annecy durch die Schweiz.

Lesen Sie hier, wie es den Radlern am dritten Tag erging.




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