BAYREUTH. Der Regierungsbezirk Oberfranken weist im bayernweiten Vergleich den höchsten Krankenstand auf. Er betrug im vergangenen Jahr 3,5 Prozent gegenüber 3,0 Prozent im Landesdurchschnitt. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Gesundheitsreport der DAK-Krankenkasse, der am Donnerstag im Bezirkskrankenhaus vorgestellt wurde.
Damit habe der Bezirk Oberfranken im Landesvergleich mit Abstand die meisten Ausfalltage, wie Matthias Gabeli, Leiter der DAK-Serviceregion Oberfranken, betonte. Der Bundesdurchschnitt lag im Jahr
2009 bei 3,4 Prozent. Im Vergleich zum Jahr 2008 ist der Krankenstand sowohl im Bund (3,3 Prozent), in Bayern (2,9 Prozent) als auch in Oberfranken (3,2 Prozent) gestiegen. Den geringsten
Krankenstand wies im vergangenen Jahr die Stadt München mit 2,5 Prozent auf, gefolgt vom Regierungsbezirk Oberbayern (2,7 Prozent).
Schwerpunkt Schlafstörungen
Die häufigsten Erkrankungen im Regierungsbezirk Oberfranken betrafen das Muskel-Skelett-System (21,9 Prozent), berichtete Gabeli, gefolgt vom Atmungssystem (17,9) und Verletzungen (15,7). Um
16 Prozent deutlich zugenommen hätten psychische Erkrankungen (10,5), sagte Gabeli. Ursachen und Auslöser psychischer Leiden wie Depressionen und Angstzuständen seien vielschichtig.
Aber eines der häufigsten Begleitsymptome sei ein nicht erholsamer Schlaf. Allein in Bayern würden sich täglich mehr als 600 000 Erwerbstätige übermüdet durch den
Arbeitsalltag quälen. Deshalb habe die DAK in ihrem diesjährigen Gesundheitsreport den Schwerpunkt auf Schlafstörungen gelegt.
Menschen, die an Schlafproblemen leiden, würden nicht nur weniger leisten, sie würden laut Gabeli auch häufiger Unfälle bauen und damit ihre und die Gesundheit anderer
gefährden. Wenn Schlafprobleme länger als einen Monat dauern, mindestens dreimal in der Woche auftreten, sollte das Problem medizinisch untersucht werden.
Auf die Behandlung von Schlafproblemen hat sich – und damit erklärt sich die Ortswahl für die Vorstellung des DAK-Gesundheitsreports – das Bezirkskrankenhaus Bayreuth, das
seit 2005 über ein Schlaflabor verfügt. Wie Professor Matthias Keidel, Chefarzt der Klinik für Neurologie sagte, würden bis zu 30 Prozent der Bevölkerung an
Schlafstörungen leiden. Davon seien wiederum 50 Prozent behandlungsbedürftig. Die Ursachen sind vielfältig. Laut dem Ärztlichen Direktor Professor Manfred Wolfersdorf
können Schlafstörungen vorübergehende Befindlichkeitsstörungen sein, akute und anhaltende Symptome oder auch eigenständige Erkrankungen. Schlafstörungen fänden
sich bei vielen, vor allem psychischen, neurologischen und internistischen Erkrankungen. Im Schlaflabor versucht man, die Ursachen für ein Schlafproblem zu finden. Mitunter können
Schlafstörungen erste Anzeichen für eine psychiatrische Erkrankung sein.
gb
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