28.07.2010, 10:50 Uhr
BAYREUTH. Seit knapp 50 Jahren gehört zu den Spielen der Oldschdod der Bratwurststand von Margarete Müller. Jetzt muss er dem neuen Catering-Konzept Platz machen.
Schon bei den Partien auf der Jakobshöhe und später im Hans-Walter-Wild-Stadion verkaufte sie Gegrilltes und hat unter den Bayreuther Fußballfans mittlerweile eine große
Stammkundschaft. Die Saison 2010/2011 wird ohne die Bratwürste von Frau Müller auskommen müssen, denn seit dieser Spielzeit ist Georg Schmitt vom Restaurant Sudpfanne für das
Catering zuständig. „Ich bedaure das sehr für meine Mutter“, sagt Helga Götschel (59), die Tochter der mittlerweile 84-jährigen Margarete Müller.
Götschel kümmerte sich um Bürokratisches und half während der Spiele im Bratwurststand. Im März, berichtet sie im Gespräch mit dem Kurier, sei der Vertrag
gekündigt worden. Aber sie sei – nach Gesprächen mit dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Wolfgang Gruber – davon ausgegangen, dass der Vertrag verlängert würde. Nur eben
mit ein paar kleinen Änderungen. Sie hatte vermutet, mehr Platzgeld bezahlen zu müssen. Tatsächlich aber erhielt sie vergangenen Samstag einen Anruf und erfuhr unvermittelt, dass
es aus sei mit dem Müller’schen Bratwurststand. „Gnädigerweise wurden wir gefragt, ob wir schon Ware bestellt hätten. Dann hätten wir noch einmal verkaufen
dürfen“, erzählt Götschel. Aber auf diesen letzten Termin verzichtete die Familie dann doch.
"In einem Jahr sind wir vergessen"
Es sei nicht so, dass der Rausschmiss eine existenzielle Bedrohung für ihre Mutter oder sie selbst darstelle. Aber sehr schade sei die gesamte Entwicklung doch, so kurzfristig und nach so langer Zeit. Müller war Schaustellerin und gab im Alter ihre Projekte aus der Hand. Nur die Bratwurstbude wollte sie nicht aufgeben. „Das mit dem Fußball machen wir schon noch ein paar Jahre“, meinte Müller stets, wie die Tochter erzählt. Also stand Müller mit ihren Töchtern Helga Götschel und Margarete Thalwitzer bei jedem Heimspiel in der Wurstbude. Aber nun müsse man sich eben damit abfinden, dass es damit vorbei ist. „Unsere Stammkunden werden uns am Anfang vielleicht schon ein bisschen vermissen“, schätzt Götschel. „Aber alles ist ersetzbar. In einem Jahr sind wir vergessen.“
jas
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